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"The Faces of Facebook": 1.278.838.000 Profilfotos in einem Bild

Fast 1,3 Milliarden Profile finden bei dem Kunstprojekt "The Faces of Facebook" zusammen. Aus Millionen von Bildern entsteht eine Chronologie, in der man selbst nur ein kleines Pixel ist. Zunächst.

Von Ellen Ivits

Wer die Seite des Kunstprojekts "The Faces of Facebook" aufruft, könnte zunächst denken, sein Computer verweigere den Dienst. Es erscheint ein buntes Rauschen, wie man es vom "Schneesturm" auf dem Fernsehbildschirm vielleicht kennt. Doch hinter jedem Pixel verbirgt sich eine ganze Lebensgeschichte. Denn zu jedem Pixel gehört ein Facebook-Profil.

Aus fast 1,3 Milliarden Profilbildern besteht das große Rauschen, es handelt sich um Momentaufnahmen aus der globalen Netzgesellschaft. Die argentinische Entwicklerin Natalia Rojas hat diesen Schneesturm aus Gesichtern programmiert. Hier kommen sämtlich Facebook-Nutzer zusammen - und jede Sekunde kommen neue Bilder hinzu. In rasantem Tempo bewegt sich der Zähler in der Mitte des Bildschirms und addiert jeden neuen User.

In der linken oberen Ecke sieht man das Profilbild des ersten Facebook-Mitglieds: Mark Zuckerberg, der Gründer des sozialen Netzwerks bildet das erste Puzzleteilchen. Ihm folgen in chronologischer Reihenfolge alle Facebook-Nutzer, die ein Profilbild hochgeladen haben. Geordnet nach dem Datum der Anmeldung reihen sich die Bilder von links nach rechts und von oben nach unten. Klickt man irgendwo in das große statische Bild, zoomt die Seite in die Nahansicht. Erst dann lassen sich einzelne Gesichter erkennen.

Ein kleiner Pixel in der Facebook-Welt

Wer sich über seinen Facebook-Account einloggt, kann sich selbst in dem Meer aus Gesichtern suchen. Oben rechts auf der Seite befindet sich ein Button, über den sich eine Verbindung zu Facebook herstellen lässt. Das eigene Profilbild wird daraufhin lokalisiert: Ein dick umrundeter Punkt mit der Überschrift "You" markiert eine Stelle auf dem Bildschirm. Dieser Punkt ist das eigene Profil und zeigt auch eine Nummer, die den Zeitpunkt der eigenen Anmeldung in dem sozialen Netzwerk widerspiegelt.

Zudem erscheinen im Bild viele kleine, weiße Punkte: die eigenen Freunde. In der chronologischen Auflistung und anhand der dazugehörigen Nummern kann man erkennen, wer sich als Erster bei Facebook angemeldet hat. Klickt man die einzelnen Profile an, erscheint ein Bilderteppich mit knapp 120 Porträts. Was die Porträtierten gemeinsam haben? Sie haben sich gleichzeitig angemeldet.

Mehr Einwohner als Indien

Zur chronologischen Auflistung der Profile benutzt die Software von Natalia Rojas die Profilnnummern, die Facebook automatisch bei jeder Anmeldung vergibt. Je größer die Nummer, desto später war die Person dabei. Die Zählung beginnt mit Nummer 4, der Kennnummer von Mark Zuckerberg.

Das Programm verwendet nur öffentlich zugängliche Daten, und es sind nur die Nutzer in der Datenbank des Projekts, zu denen auch ein Foto gehört - nicht nur die Platzhalter-Silhouette. Facebook hat mehr als 100 Milliarden Profil-IDs, davon 1,3 Milliarden Profile mit Fotos - mehr als das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde, Indien, Einwohner hat.

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