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Vier Millionen aufgestaute Mails: So legte der "Allen antworten"- Wahnsinn eine Bank lahm

Die Typen, die ständig auf "Allen antworten" klicken kennt jeder. Mehr Ärger als ein paar unnütze Mails im Postfach verursachen sie in der Regel aber nicht. Jetzt haben einige der Zeitgenossen eine Bank lahmgelegt.

Wells Fargo Bank Allen antworten Mails

Eine "Wells Fargo"-Filiale in New York. Mitarbeiter hatten die Server der Bank lahmgelegt, weil sie bei einer Massen-Mail mit 90.000 Empfängern auf "Allen antworten" geklickt hatten.

Wer mit seiner Adresse in einem Mail-Verteiler ist, kennt es: Kaum kam die Mail an den Verteiler an, geht es auch schon los. Jede Nachfrage, jede Antwort und jeder dumme Kommentar an den Absender kommt auch bei allen anderen an. Auch wenn die damit gar nichts zu tun haben. Schuld ist der "Allen antworten"-Button. Jetzt hat er einer Bank mächtig Ärger gemacht.

Eine interne E-Mail der Bank "Wells Fargo" in den USA brachte die Server kurz vor den Kollaps, das berichtet die US-Zeitung "Charlotte Observer". Demnach hatte die Bank die Mail an knapp 90.000 Personen geschickt. Was sich sehr schnell als großer Fehler herausstellte. Denn natürlich fanden sich unter der riesigen Masse an Empfängern auch einige, die nicht zu wissen schienen, dass man auch einzelnen Personen antworten kann. Die Folgen waren schnell spürbar: Der Mail-Server müllte ruckzuck mit sinnlosen Nachrichten zu.


Vier Millionen Mails auf Halde

Von den Unmengen an Anfragen überwältigt, häufte er dem Bericht zufolge zum Höhepunkt etwa vier Millionen Mails an, die abgearbeitet werden mussten. Die Verzögerungen brachten die Geschäfte der Bank teilweise zum Erliegen. In der Sicherheitsabteilung konnten etwa Buchungen nicht rechtzeitig überprüft werden. Die müssen eigentlich innerhalb einer Stunde bearbeitet werden - sonst droht Ärger mit den Behörden. Das zitiert die Zeitung aus einem internen Bericht der Bank.

Nach außen gab sich Wells Fargo, die drittgrößte Bank der USA, natürlich beschwichtigend. Es habe lediglich kleinere technische Probleme mit E-Mails gegeben, sagte der Sprecher der Bank Josh Dunn der Zeitung. Man habe alles ohne Komplikationen oder Sicherheitsprobleme beheben können.

Keine nachvollziehbare Entscheidung

Warum sich die Mitarbeiter der Bank entschieden, so viele Empfänger auf einmal anzuschreiben, ist nicht bekannt. Die meisten Firmen und Institutionen verteilen solche Mengen von Empfängern lieber auf mehrere Listen, um genau diese Art von Schwierigkeiten zu umgehen. Andere senden die Mail an sich selbst und setzen alle Empfänger in Blind-CC. Denn eines ist nahezu sicher: Irgendjemand drückt immer auf den verlockenden Button, ob aus Absicht oder Unwissenheit.

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