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Musik-Streaming-Dienste: Wie Apple versucht, Spotify aus dem Weg zu räumen

Mit Beats kaufte Apple nicht nur schicke Kopfhörer, sondern auch die Basis für einen eigenen Streaming-Dienst. Vor dem Start versucht der Konzern nun, die Konkurrenz auszuschalten - vor allem Spotify.

Von Malte Mansholt

Als Apple Beats kaufte, ging es nicht nur um die Kopfhörer des Herstellers

Als Apple Beats kaufte, ging es nicht nur um die Kopfhörer des Herstellers

Als Apple den beliebten Kopfhörer-Hersteller Beats übernahm, war sich die Tech-Szene einig: Dem Konzern ging es zwar auch um die trendigen Headsets, vor allem interessierte er sich aber für den Streaming-Dienst Beats Music. Denn während Apple im Bereich des MP3-Verkaufs ein Vorreiter war, ist der Konzern bei den immer beliebteren Streaming-Diensten längst ins Hintertreffen geraten. Mit Beats als Basis soll diese Lücke nun im Sommer geschlossen werden: Die Ankündigung des Streaming-Angebots soll Anfang Juni auf Apples Entwicklermesse WWDC erfolgen. Vorher will Apple aber die Konkurrenz aus dem Weg schaffen - vor allem Spotify. Jetzt ermittelt sogar das US-Justizministerium.

Denn der beliebteste unter den Streaming-Anbietern hat ein Geschäftsmodell, mit dem Apple nicht konkurrieren kann - und wohl noch weniger will. Die meisten der gut 60 Millionen Spotify-Nutzer bezahlen nicht für die gestreamte Musik, sondern lassen den Hörgenuss stattdessen von Werbung unterbrechen. Nur ein knappes Viertel ist das Unterbrechungs-freie Hören so wichtig, dass sie die 10 Euro für das Premium-Angebot des Dienstes zahlen.

Aggressives Vorgehen gegen kostenlose Angebote

Apple dagegen wird eine solche Option gar nicht erst anbieten wollen. Zwar hatte der Konzern erwägt, eine geringere monatliche Gebühr als der Konkurrent zu verlangen, einem Bericht der Zeitung "New York Post" zufolge fand er aber keinen Weg, dass auch umzusetzen. So entschied man wohl, den eigenen Preis an die Kosten von Spotifys Premium-Angebot anzupassen - und das kostenlose Modell an sich zu attackieren.

Nach Informationen des Tech-Blogs "The Verge" übt Apple seitdem massiven Druck auf verschiedene Plattenlabels aus. Sie sollen ihre kostenlosen Musik-Videos von Youtube entfernen und Spotify dazu drängen, seine kostenlose Mitgliedschaft zu kippen. Denn wenn die kostenlosen Angebote verschwinden, kann Apple von seiner starken Position im Markt profitieren und Spotify und Co. Marktanteile abluchsen.

Apples Vorgehen hat sogar schon die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden erregt. Nach dem Verge-Bericht befasst sich aktuell das US-Justizministerium damit, parallel untersucht auch die EU den Fall. Ob der Konzern mit seiner aggressiven Strategie Erfolg haben wird, muss sich zeigen.