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Barrierefreies Internet Behindertenfreundliche Websites ausgezeichnet


Die Barmer Krankenkasse, das Bundeskanzleramt Österreich und die Pfizer Pharma GmbH gewinnen den BIENE-Wettbewerb 2006 für barrierefreies Internet.

Goldene BIENEN für Barmer, Pfizer und HELP-Österreich: Bei der vierten Auflage des Wettbewerbs für die besten deutschsprachigen barrierefreien Internetseiten der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen waren die komplexen Angebote die großen Gewinner. Die Preise in Gold gingen in Berlin im Rahmen einer feierlichen Gala an die Internetauftritte der Barmer Ersatzkasse, des Pharmaunternehmens Pfizer sowie an das Bürgerportal des österreichischen Bundeskanzleramtes HELP.

Als Festredner begrüßte Franz Thönnes, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die rund 400 Gäste. Mit der Erklärung, dass die Zuständigkeit für die Barrierefreie Informationstechnikverordnung (BITV) künftig in seinem Ministerium gebündelt würde, kündigte er an, die Weiterentwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen voranzutreiben. "Wir wollen den Kreis derjenigen, die von der BITV profitieren, erweitern und die Verordnung an die technische und inhaltliche Entwicklung des Internet anpassen." Weil die BITV weit über die Behörden hinaus wirksam sei, seien auch Zielvereinbarungen nach dem Behindertengleichstellungsgesetzes ein sehr gutes Instrument, das künftig besser genutzt werden müsse. Dabei komme der BIENE eine wichtige Rolle zu, so Thönnes weiter: "Die BIENE motiviert und stimuliert. Und Politik und Unternehmen brauchen genau diese Stimulation."

Ein Unternehmen, dass diese Impulse bereits aufgenommen und umgesetzt hat ist Pfizer. "Pfizer zeigt, dass Zielvereinbarungen möglich sind und wirken", sagte Martin Stehle, Vertreter des Fachlichen Beirats in der Jury des Wettbewerbs. "Als Mensch mit Behinderung freut mich die Auszeichnung sehr. Auch die anderen Gewinner zeigen: die BIENE ist ein Ansporn und steht für Qualität." Diese Qualität beschäftigte auch die prominent besetzte Jury des Wettbewerbs. "Die Jury hatte die Qual der Wahl", freut sich Iris Cornelssen, BIENE-Projektleiterin bei der Aktion Mensch. "Die Qualität der Angebote war noch nie so hoch wie in diesem Jahr". Alle Gewinner hätten bewiesen, dass Barrierefreiheit im Internet weit mehr ist als das Abarbeiten von Checklisten. Die ausgezeichneten Angebote überzeugten durch saubere Programmierung gepaart mit innovativen Ideen und unkonventionellen Lösungen.

Dass in diesem Jahr erstmals ausschließlich die großen Angebote Bestnoten erhielten, ist für Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen, Anzeichen für einen Trend: "Gerade für große Anbieter ist Barrierefreiheit ein integraler Bestandteil eines umfassenden Qualitätsmanagements. Das beginnt bei der Konzeption, geht über die Programmierung und Gestaltung bis hin zur nachhaltigen Pflege. Das hat zum einen handfeste wirtschaftliche Vorteile, vor allem aber hilft es den Nutzerinnen und Nutzern."

Aus Sicht der Web-Community schilderte Johnny Haeusler, Gründer des Weblogs Spreeblick und einer der bekanntesten deutschen Blogger, die Chancen, die das Internet bietet und den fundamentalen Wandel, der aus der weltweiten Vernetzung erwächst: "In der realen Welt steht fast immer die Frage im Mittelpunkt, was wir tun müssen, um Menschen mit Behinderung zu integrieren. Im Internet müssen wir umdenken und fragen, was wir tun müssen, um niemanden auszuschließen - und dabei spielt die Barrierefreiheit eine zentrale Rolle."

Seit 2003 schreiben die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen die BIENE aus. Insgesamt haben sich in den vergangenen Jahren mehr als tausend Unternehmen, Organisationen, Behörden und Ministerien um den einzigen Preis, der die Barrierefreiheit von Internetseiten in den Mittelpunkt stellt, beworben. stern.de unterstützt den Biene-Award und ist seit vier Jahren Mitglied der Jury.


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