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Auf der Hollywoodschaukel mit... Andreas Bourani: "Ich hab ein Foto mit allen Spielern"

Was war der "Sommer ihres Lebens"? "Auf uns"-Sänger Andreas Bourani über Ballettunterricht, die Nationalmannschaft und das verrückte Gefühl, den eigenen Song im Radio zu hören.

Auf der Hollywoodschaukel: Andreas Bourani: Der Sommer meines Lebens

Fast jeder kennt Andreas Bourani, nachdem sein Song "Auf uns" die WM 2014 begleitet hat. Der Sänger trat 2011 beim Bundesvision Song Contest für Bayern an und war im Vorprogramm der Unheilig-Tour. Jetzt braucht er selbst eine Vorband. Sein neues Album heißt "Hey".

Sie singen auf Deutsch, gefühlvoll, harmonisch, zum Mitsingen. Früher nannte man das Schlager...


Schlager ist ein Kompliment für mich. Schlager kommt ja von Einschlagen, das ist etwas, was viele Leute hören, was sich verkauft, aber was sich auch einprägt. Für mich war es immer ein Anspruch, Melodien zu schreiben, die man nicht mehr vergisst. Die so leicht sind, dass man sie sofort nachpfeifen kann.

Sie sind auf dem Kirchentag aufgetreten und engagieren sich für die "Aktion Mensch". Was bedeutet Ihnen Glaube?


Glaube ist sehr wichtig für mich, aber eher im Sinne von Energie, einer bestimmten Kraft, der Natur. Ich bin ja katholisch erzogen worden, aber ich habe keine Gottesgestalt vor Augen, und mit der Kirche habe ich nichts zu tun. Glaube ist etwas sehr Intimes, sehr Persönliches.

Wie wurde aus Andreas Stiegelmeier Andreas Bourani?


Bourani ist mein ursprünglicher Name, er steht in meiner Geburtsurkunde. Der andere ist der Name meiner Stiefeltern.

Ihre leiblichen Eltern kennen Sie nicht. Was wissen Sie über Ihre Herkunft?


Eigentlich gar nichts. Das einzige, was ich herausfinden konnte, ist, dass meine Eltern aus Nordafrika stammen. Ich habe meinen Frieden damit geschlossen. Ich bin in Augsburg geboren, aufgewachsen, da fühle ich mich zu Hause, und ich habe nie das Befürfnis gehabt, weiter zu recherchieren.

Erst Model, nun Popstar. Hat es Sie immer schon auf die Bühne gezogen?
Wenn ich als Kind im Ballett war, habe ich immer in der ersten Reihe gestanden, mit offenem Mund. Ich konnte es gar nicht fassen: Diese Inszenierungen! Das habe ich geliebt. Konzerte, Oper - egal was, wenn ich zuhause war, habe ich es immer nachgespielt. Und als ich im Stadttheater Augsburg zum ersten Mal selbst auf der Bühen stand, habe ich Blut geleckt. Und ich dachte: Es wäre toll, das zu meinem Beruf zu machen.

Ihr Hit "Auf uns" läuft rund 1500 mal pro Woche im Radio. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie den Song beim Friseur oder im Café hören?


Inzwischen sind es sogar 2300 Mal, es ist kaum zu glauben. Tatsächlich bin ich gerade mit dem Auto zum Interview gefahren und habe es eben im Radio gehört. Ich freue mich! Das ist etwas, woran ich mich nicht gewöhnen kann. Es ist eigenartig, die eigene Stimme im Radio zu hören.

Das Gespräch führte Silke Müller