Beispiele Ratgeber für Lebenskrisen


"Als ich Witwer wurde, dachte ich, ich sei der einzige auf der Welt. Heute zeige ich anderen, dass sie mit ihrem Schmerz nicht allein sind." (Oliver Scheithe, 37, Köln. Betreiber von www.verwitwet.de)

Wer eine Lebenskrise verarbeitet hat, kann anderen beistehen, die noch mittendrin stecken. Oliver Scheithe hilft im Internet: Nach dem Tod seiner Frau hat er die Website www.verwitwet.de gegründet, "um Trauernde zu unterstützen", wie er sagt, "und um zu erklären, was ihnen rechtlich zusteht".

Rund 4600 Mitglieder hat er heute, viele davon sind seit Jahren dabei. Sie finden dort wie bei vielen anderen Netzangeboten zu Depressionen, Mobbing oder Liebeskummer nicht nur Informationen und Rat - viel wichtiger noch: Sie erfahren, dass sie nicht allein sind mit ihren Problemen, Sorgen und Schmerzen. Sie tauschen sich in Diskussionsforen mit anderen Trauernden aus und reden anonym über Intimstes, das sie Freunden und Verwandten kaum offenbaren würden. So entsteht ein Zirkel, in dem jeder Verantwortung für den anderen übernehmen muss. Wer in solchen Laienrunden Rat sucht, sollte jedoch bedenken, dass das Gespräch im Netz zwar trösten und Not lindern hilft, aber eine professionelle Therapie nicht ersetzen kann. Gute Foren zeigen ihren Mitgliedern, wie sie Fachleute oder Selbsthilfegruppen außerhalb des Internets finden. Auch Oliver Scheithe macht das. Und freut sich über jeden Erfolg. "Am schönsten sind die Momente", sagt er, "wenn sich Menschen melden und sagen: 'Danke, verwitwet.de hat mir geholfen'."


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