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Krasse Panne: "So, ich bin pleite": Bitcoin-Börse Coinbase räumt Nutzern die Konten leer

Bei Bitcoin wird gerne mit größeren Summen spekuliert. Beim Anbieter Coinbase rächt sich das jetzt. Der Anbieter führte Buchungen teils gleich Dutzendfach durch - und räumte so die Bargeld-Konten vieler Nutzer leer. Schuld sollen aber andere sein.

Coinbase Bitcoin Broke Pleite Konto leer

Coinbase sorgt bei einigen Bitcoin-Investoren für leere Konten

Getty Images

In den Handel mit Bitcoin einzusteigen, ist für Anfänger alles andere als einfach. Bei der Börse Coinbase machte man es deshalb so einsteigerfreundlich wie möglich - mit vollem Erfolg. Während des Höhepunkts des Bitcoin-Hypes war die App an der Spitze des App Stores. Doch viele Nutzer dürften sich aktuell gewaltig ärgern, auf Coinbase gesetzt zu haben.

Der Grund: Coinbase scheint Unmengen an Buchungen gleich mehrfach einzuziehen.  In den sozialen Netzwerken klagen die Betroffenen ihr Leid. Vor allem in der Reddit-Community zu Coinbase machen viele ihrer Wut Luft. Bei den Vorwürfen ist das nachvollziehbar. "So, ich bin pleite. Sie haben mir 17 mal 1000 Dollar abgebucht", klagt ein Coinbase-Kunde. Einer berichtet gar, dass Coinbase ganze 50 Mal zu viel abbuchte, 67.000 Dollar sollen so eingezogen worden sein. Viele Kunden schauen auf leere Konten, im schlimmsten Fall stehen sie plötzlich mit Tausenden Euro in der Kreide.

Keiner will den schwarzen Peter

Der Betreiber gibt die Abbuchungen zu. Es handle sich um einen Fehler, erklären Coinbase-Mitarbeiter, die sich Justin und Olga nennen. Die Kunden würden ihr Geld zurückbekommen, versichern sie bei Reddit. Wie viele Kunden genau betroffen sind, verraten sie nicht. Der Fehler liegt nach Tweets des Dienstes nicht bei Coinbase - sondern beim Kreditkartenanbieter Visa. Der habe im Hintergund etwas umgestellt, weshalb bereits getätigte Verkäufe ein zweites Mal abgebucht würden. Wie es dadurch bis zu 50-fache Mehrbuchungen geben soll, erklärt der Anbieter aber nicht.

Visa hat der Darstellung mittlerweile widersprochen. Gegenüber der "Financial Times" erklärte das Unternehmen, man habe "keine Systemveränderungen vorgenommen, die in solchen doppelten Abbuchungen resultieren würden, wie die Kunden sie beschreiben". Zudem seien keine anderen Händler bekannt, bei denen ähnliche Probleme entstanden sind. Visa würde aber mit Coinbase zusammenarbeiten, um die Probleme zu beheben.

Was ist mit den Zinsen?

Tatsächlich sollen einige Nutzer bereits ihr Geld zurückbekommen haben, berichtet "The Verge". Geklärt ist die Lage deswegen allerdings oft trotzdem nicht. Der Blog zitiert einen Coinbase-Nutzer, dem eine Zahlung zurückgebucht worden war - nur um dann erneut abgebucht zu werden. Zudem blieben die entschädigten Kunden - zumindest bislang - auf entstandenen Gebühren sowie Überziehungszinsen sitzen. Bei Tausenden von Euro kommt hier schnell eine ordentliche Summe zusammen.

Wie es mit der Börse weitergeht, muss sich zeigen. Der Höhenflug der Bitcoin fand im Januar ein jähes Ende, der Kurs crashte auf den halben Wert des Allzeithochs im Dezember 2017. Seitdem ging es sehr langsam wieder nach oben. Auf viele zusätzliche Kunden dürfte Coinbase nach dem Ende des Hypes vermutlich nicht mehr hoffen. Das Unternehmen sollte also alles tun, um zumindest die alten zu behalten.

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