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Corona-Krise: "Dunkel. Trostlos. Mutlos": Twitter-Account benotet die Hintergründe von Video-Calls

Während der Corona-Krise finden Konferenzen, Meetings und Interviews inzwischen meist online statt. Ein Twitter-Account hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Hintergründe prominenter Menschen zu benoten – natürlich nicht ganz ernst gemeint.

Eine rotblonde Frau mit Pferdeschwanz ist von hinten zu sehen. Sie sitzt auf einem Sofa und hat einen Laptop vor sich

Noch Anfang des Jahres war Homeoffice für viele Unternehmen ein Experiment. Nicht selten ließen Vorgesetzte durchsickern, dass allein der Gedanke, Mitarbeiter von zu Hause arbeiten zu lassen, bei ihnen auf Misstrauen stößt. So fand das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das zur Bundesagentur für Arbeit gehört, in einer Studie heraus, dass hierzulande nur rund ein Zehntel der Beschäftigten zeitweise von zu Hause aus arbeiten. Und das im Zeitalter der Digitalisierung.

Die Corona-Krise ließ Arbeitgebern keine andere Wahl. Homeoffice ist inzwischen die neue Normalität – soweit das in der eigenen Branche möglich ist. Dadurch hat sich der Arbeitsalltag für viele verändert: Statt in den Anzug schlüpft man morgens in eine Jogginghose und auch Konferenzen werden nun digital via Skype, Teams oder Zoom abgehalten.

Twitter-Account benotet die Hintergründe von Video-Calls

Anstelle von langweiligen, tristen, schlecht gelüfteten Konferenzräumen, die in vielen Betrieben so aussehen, als habe man gerade einen Termin beim Einwohnermeldeamt, sitzen die Teilnehmer nun an den unterschiedlichsten Orten: Der eine hat es sich in seinem Wohnzimmer auf der Couch gemütlich gemacht, der andere in seinem Arbeitszimmer und wieder eine andere nimmt den Laptop aus Versehen mit auf die Toilette, ohne dabei die Kamera auszustellen – wie es einer Frau passiert ist.

Die digitalen Konferenzen leben vom Pluralismus, der Vielfalt der Räume und Umgebung. Doch manchmal ist die Umgebung, in der man sich befindet, kein geeigneter Ort. Der Twitter-Account Room Rater hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Räumlichkeiten prominenter Menschen danach zu bewerten, was sie von ihrem Umfeld in einer Video-Konferenz preisgeben.

Wie von einem Lehrer werden unter dem Account die Hintergründe der Video-Calls auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet, wobei 0 für schlecht und 10 für gut steht. Natürlich ist das Urteil nicht ganz ernst gemeint. Aber genau deshalb ist Room Rater auch so unterhaltsam und erfolgreich zugleich. 105.000 Menschen folgen dem Account inzwischen (Stand: 28. April). 

"0 von 10 Punkten"

Die Betreiber bespaßen ihre Follower mit Bewertungen wie dieser: "Furchtbar. (...) Dunkel. Trostlos. Mutlos. 0 von 10 Punkten", kommentieren sie die Umgebung des republikanischen Politikers Trey Gowdy während seines Interviews mit Trumps Lieblingsfernsehsender Fox News.

Elizabeth Warren kommt dagegen viel besser weg. Dank ihres Hundes wird ihr die Bestnote gegeben: "Fenster vom Boden bis zur Decke, Pflanze, Schaukel, Stuhl – schönes Zimmer. 9/10 + Bailey. 10/10", bewertet der Account den Hintergrund der demokratischen Politikerin.

Mittlerweile hat Room Rater bereits mehr als 900 Hintergründe benotet. Solange die Infektionszahlen nicht auf Null zurückgehen, werden wohl noch einige Bewertungen hinzugekommen.

rpw

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