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Online-Marktplatz Der kuriose Beginn einer Erfolgsgeschichte: Der erste verkaufte Gegenstand bei Ebay war – kaputt

Erster Ebay-Käufer
Mark Fraser mit dem kaputten Laserpointer, den er auf Ebay kaufte
© Ebay
1995 hatte Pierre Omidyar eine Idee: eine Online-Plattform, auf der jeder kaufen und verkaufen konnte. Der Ebay-Gründer bot als erstes einen defekten Laserpointer zum Verkauf – und war selbst überrascht, dass den jemand haben wollte.

Auf Ebay werden unzählige Waren angeboten, neu oder gebraucht, zum Festpreis oder zur Auktion, von Privatpersonen oder großen Shops. Doch auch der Online-Marktplatz hat einmal klein angefangen. 1995 wurde das Unternehmen in den USA gegründet – damals noch unter einem anderen Namen: AuctionWeb.

Die Idee dazu hatte Pierre Omidyar, ein Franzose mit iranischen Wurzeln, der schon als Kind in die Vereinigten Staaten gezogen war. Er stellte als Erster eine Plattform bereit, auf der Versteigerungen im Internet möglich waren und wo jeder User zum Käufer oder Verkäufer werden konnte. Der erste Verkäufer war tatsächlich Omidyar selbst – und das erste Produkt, das über Ebay den Besitzer wechselte, ein defekter Laserpointer.

Erster Deal auf Ebay: ein kaputter Laserpointer für 14,83 Dollar

Die Geschichte der ersten Versteigerung ist reichlich kurios: Omidyar bot den Laserpointer eher zu Test- und Demonstrationszwecken zum Kauf an. Doch tatsächlich fand sich ein Bieter. Der wollte 14,83 Dollar bezahlen – zur Überraschung von Omidyar. Er schrieb den Interessenten extra an, um nachzufragen, ob dieser verstanden hatte, dass der Laserpointer nicht funktionsfähig sei. Die Antwort war: Ja. Der Höchstbietende war ein Sammler von kaputten Laserpointern. Ein erster Hinweis darauf, dass das spätere Ebay das Zeug hatte, zu einer Plattform zu werden, wo wirklich jeder fündig wird.

Manche 50-Euro-Scheine sind ein kleines Vermögen wert

Lange blieb der erste Käufer anonym, 2015 – zum 20. Ebay-Jubiläum – wurde schließlich seine Identität enthüllt. Es war Mark Fraser, ein Kanadier. Fraser war damals viel unterwegs, um Präsentationen zu halten. Dabei wurde er auf Laserpointer aufmerksam, die damals noch relativ neu und teuer waren. "Die kosteten mehr als 100 Dollar. Das konnte ich mir nicht leisten und mein Chef wollte es nicht bezahlen. Aber ich bin ein Elektrofreak, also dachte ich: Ich baue mir selbst einen", erzählte Fraser.

Der Versuch, selbst ein solches Gerät zu bauen, scheiterte. Doch über Freunde hatte Fraser von der neuen Website gehört und fand dort tatsächlich unter den ersten Angeboten genau das, was er gesucht hatte: einen defekten Laserpointer, den er zu reparieren hoffte. Die Freude war groß, auch wenn Fraser zu dem Zeitpunkt natürlich keine Ahnung hatte, welchen historischen Kauf er da getätigt hatte. Nicht besonders amüsiert war er hingegen darüber, dass seine Geschichte immer wieder als Beweis für die Behauptung genutzt wurde, man könne Leuten wirklich alles verkaufen. Aber Pierre Omidyar war ja damals nicht nur seinen defekten Laserpointer losgeworden, der Verkauf war auch der Start einer großen Erfolgsgeschichte. 

Quellen:  Ebay / Ebay auf Vimeo

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