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Frankreich: Ebay wegen Fälschungen verurteilt

Der Luxus-Modeausstatter Hermès hat es geschafft, Ebay in Frankreich vor Gericht als Verkäufer von gefälschten Waren geltend zu machen. Ebay könnte eine Klagewelle drohen.

Wegen des Verkaufs gefälschter Luxuswaren muss die Internet-Auktionsbörse Ebay in Frankreich Schadenersatz an die Nobelmarke Hermès zahlen. Nach einem Gerichtsurteil stehen Hermès 20.000 Euro Schadenersatz zu, weil bei Ebay zwei gefälschte Handtaschen der Luxusmarke angeboten wurden, wie ein Hermès-Anwalt mitteilte. Ebay wurde demnach direkt für den Verkauf verantwortlich gemacht. Es war das erste Urteil dieser Art in Frankreich. Der Hermès-Anwalt teilte mit, er sei zufrieden, dass Ebay nun als Fälscher und nicht nur als Komplize anzusehen sei.

Während des Prozesses im April argumentierte der Anwalt, Ebay stelle nicht nur den Marktplatz für den Verkauf von gefälschten Artikeln bereit, sondern spiele eine aktive Rolle und sei "perfekt" über die Vorgänge informiert. Der Jurist hatte ursprünglich 30.000 Euro Schadenersatz gefordert.

Der Kosmetik-Hersteller Loreal hatte im vergangenen September in fünf europäischen Ländern eine ähnliche Klage gegen Ebay angestrengt. Dabei ging es um den Verkauf von gefälschtem Parfüm über das Internet-Auktionshaus. Auch die Modehersteller Louis Vuitton und Dior Couture verklagen Ebay in Frankreich auf Schadensersatz und fordern Entschädigungen in Höhe von 20 beziehungsweise 17 Millionen Euro. Die Unternehmen werfen dem Auktionshaus Komplizenschaft beim Verkauf gefälschter Markenartikel vor.

AFP / AFP