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Hacker-Nachwuchs: Praxisorientierter Unterricht

Auf Anraten des Lehrers sollte sich ein 14-jähriger Schüler mit den Arbeiten des Jahres 2003 auf einen neuen Englisch-Test vorbereiten. Die suchte er im Internet und fand dabei mehr, als den Lehrern lieb war.

Einem 14 Jahre alten Gymnasiasten ist es mit einem simplen Trick gelungen, die geschützten Internetseiten des sächsischen Kultusministeriums zu knacken. Wie Ministeriumssprecher Dieter Herz am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP sagte, gelangte der Neuntklässler so an die Lösungsvorgaben für eine Orientierungsarbeit im Fach Englisch. Der Schüler des Lessing-Gymnasiums in Kamenz habe einfach die Jahreszahlen ausgetauscht und sei damit in ein eigentlich nur für Lehrer bestimmtes Programm gelangt.

Der Junge sollte sich zusammen mit seinen Klassenkameraden auf die landesweit üblichen Orientierungsarbeiten, die im September an allen sächsischen Schulen geschrieben wurden, vorbereiten. Die Lehrer hätten ihm dazu empfohlen, sich die Arbeiten aus dem Jahre 2003 anzusehen, sagte Herz. Wegen technischer Änderungen seien die geschützten Internetseiten des Ministeriums zum gleichen Zeitpunkt relativ leicht einsehbar gewesen. Der Gymnasiast habe daraufhin bloß die Jahreszahl 2003 durch die Zahl 2004 ersetzt, um an die Lösungen zu kommen.

Sein Wissen habe er an vier Mitschüler weitergegeben. Die Täuschung sei aufgeflogen, als den Lehrern bei der Korrektur Übereinstimmungen bei den Lösungen auffielen. Der 14-Jährige habe die Tat sofort gestanden. Die Schulleitung habe beschlossen, die Arbeiten nicht zu werten. Herz zollte dem Gymnasiasten für seinen Erfindungsreichtum Respekt: "Wir können eine gewisse Anerkennung nicht versagen."

AP / AP
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