Hacker übernehmen Firmennetzwerk vollständig Digitale Geiselnahme bei Sony Pictures

Sicherheits-Katastrophe: Sony Pictures wurde durch einen Hacker-Angriff lahm gelegt.
Sicherheits-Katastrophe: Sony Pictures wurde durch einen Hacker-Angriff lahm gelegt.
© colourbox.de
In der größten bisher bekannten Cyber-Attacke auf Unternehmen hat eine Hacker-Gruppe die Kontrolle über sämtliche Computer von Sony Pictures übernommen. Dann erpresste sie den Konzern.
Von Malte Mansholt

Für Sony Pictures ist es der Sicherheits-Super-GAU: Hacker hatten sämtliche Rechner des Unternehmens übernommen, nichts ging mehr. Die Bildschirme zeigten alle nur noch dasselbe Bild eines Skeletts, darüber hat die Gruppe, die sich #GOP nennt, eine Botschaft an Sony gelegt: Sie drohen dem Konzern mit der Veröffentlichung der gestohlenen Daten, sollte Sony sich weigern, ihre nicht weiter erläuterten Forderungen zu erfüllen.

Bekannt wurde der Hack, nachdem ein ehemaliger Mitarbeiter von Sony Pictures ein Foto von einem der betroffenen Rechner bei Reddit postete. Er hatte das Bild von einem der ehemaligen Kollegen erhalten, dieser versicherte ihm, dass alle Rechner von Sony Pictures in den USA betroffen seien. Der Nutzer hat seinen Reddit-Account seitdem gelöscht. Weitere Mitarbeiter bestätigten seine Geschichte gegenüber “#Link;http://thenextweb.com/insider/2014/11/24/sony-pictures-hacked-employee-computers-offline/;The Next Web#“, sie gaben an, die Mitarbeiter seien nach Hause geschickt worden. Außerdem wurde ihnen wohl nahegelegt, an Firmenrechnern keine privaten Accounts zu öffnen und die Verbindung privater Smartphones und anderer Geräte zum Netzwerk zu kappen.

Erpressung mit unbekannter Forderung

Sony blieb gegenüber “The Next Web“ schmallippig, man untersuche ein IT-Problem, zitiert die Seite den Konzern. Allem Anschein nach ist das Unternehmen im Vorfeld von den Hackern gewarnt worden. Der Wortlaut der auf den Bildschirmen gezeigten, englischsprachigen Nachricht lautete:

“Wir hatten Sie bereits gewarnt und dies ist bloß der Anfang. Wir machen weiter, bis Sie unsere Forderungen erfüllen. Wir haben alle Ihre Internet-Daten in unseren Besitz gebracht, inklusive der geheimen und streng geheimen. Sollten Sie nicht gehorchen, zeigen wir der Welt die unten aufgeführten Daten. Entscheiden Sie bis zum 24. November um 23 Uhr Londoner Zeit, was Sie tun werden.“

Unter der Nachricht fanden sich zudem eine Reihe von Links zu Container-Dateien, diese sind aber nicht mehr zu erreichen. Die Frist ist mittlerweile abgelaufen, ob das Verschwinden der Links damit zusammenhängt, ist unklar.

Brisante Inhalte

Bei Reddit untersuchten indes Nutzer den Inhalt der unter den Links auffindbarer Datenpakete – und wurden prompt fündig: Geheime Dokumente wie Budgetplanungen, Passwortlisten und sogar gescannte Personalausweise und Visen befanden sich darunter. Die Passwortlisten erklären auch, dass die Hacker zeitweise auch Twitter-Konten von Sony-Mitarbeitern übernehmen konnten. Nach Angaben von “The Verge“ sind die entsprechenden Tweets mittlerweile aber wieder verschwunden. Auch Sonys Konto bei Googles App-Shop Play Store soll zwischenzeitlich Opfer der Hacker gewesen sein, das berichtet “Xperiablog“.

Welche Forderungen die Hacker genau gestellt haben, ist leider ebenso offen wie die Frage, ob Sony sie erfüllt hat. Der Angriff macht allerdings deutlich, dass auch große Konzerne verletzlicher sind, als sie vielleicht wahrhaben wollen. Sollten die präsentierten Dokumente echt sein, zeigen sie deutlich, dass selbst Firmengeheimnnisse nicht vor Angriffen von außen sicher sind - solange der Rechner einen Internetzugang besitzt.

Beliebtes Angriffsziel

Sony ist nicht das erste Mal Opfer eines Hacker-Angriffes. Bereits 2011 wurde Sonys Spiele-Netzwerk PSN Opfer einer Attacke, Millionen von Nutzerdaten entwendeten die Angreifer. Erst vor kurzem hatten Sicherheitsexperten vor einer immer noch bestehenden Sicherheitslücke in PSN gewarnt: Sie soll vollen Zugriff auf Sonys Netzwerk ermöglichen – inklusive Administrator-Rechten. Der nächste Angriff ist also womöglich nur eine Frage der Zeit.


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