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Persönlichkeit entschlüsselt: Supercomputer Watson weiß nach 100 Wörtern, wer Sie sind

Wollten Sie schon immer wissen, wie Ihr Chef tickt? Oder was für ein Mensch Ihr Lieblingsstar ist? Ein neues Tool verspricht, es Ihnen zu verraten - alles was sie dafür brauchen, ist ein kurzer Text.

Der IBM Rechner "Watson" erstellt auf der Grundlage von Sprachmustern Persönlichkeitsprofile

Der IBM Rechner "Watson" erstellt auf der Grundlage von Sprachmustern Persönlichkeitsprofile

Selbstverliebt, melancholisch oder vielleicht paranoid? Unsere Sprache kann erfahrenen Profilern viel über unseren Charakter und unsere Persönlichkeit verraten. Auf der Grundlage von Vokabular, Satzbau und Sprachmustern werden ganze Persönlichkeitsprofile erstellt. Der Supercomputer "Watson" braucht dazu lediglich 100 Wörter - zumindest wenn man seinen Schöpfern Glauben schenkt. Dabei verwendet der IBM-Rechner einen Algorithmus, der linguistische Charakteristika aus den Texten herausfiltert. Auf diese Weise wird ein Profil des Verfassers erstellt.  Auf einer neuen Website kann nun jeder das Können von "Watson" auf die Probe stellen.

Und so funktioniert der "IBM Watson Personality Insights Service": In ein kleines Fenster wird ein Text eingefügt. Dieser kann aus einer Email, einer Rede, einem Brief oder auch einem Facebook-Post stammen. Und schon spuckt "Watson" ein Profil heraus. Neben einer Persönlichkeitsbeschreibung, werden in einer Grafik alle Charaktereigenschaften dargestellt, die von dem Computersystem festgestellt werden konnten. Der einzige Wermutstropfen: Die Texte müssen in englischer oder spanischer Sprache verfasst worden sein.

Amüsanter Zeitvertreib für die Mittagspause

"Watson" ist darauf ausgelegt, die menschliche Sprache zu verstehen, Kontexte zu analysieren, und Antworten auf Fragen verbal auszugeben. Furore machte der Supercomputer, als es der Maschine 2010 gelang, in der US-Quizshow "Jeopardy" seine menschlichen Gegner zu besiegen. "Das System bildet den Beginn einer neuen Entwicklungsrichtung, deren Ziel es ist, lernende Computersysteme für unterschiedlichste Einsatzbereiche zu konzipieren. Diese Computer sind in der Lage, selbstständig Informationen aus Daten zu gewinnen und Schlüsse zu ziehen", schwärmen die Entwickler von "Watson" auf der IBM-Website

Doch allzu ernst sollte man die Ergebnisse der Persönlichkeitstests nicht nehmen. Schließlich wird jeder Text mit unterschiedlichen Absichten, Zielen und an unterschiedliche Adressaten verfasst. Ein amüsanter Zeitvertreib für die Mittagspause ist der Persönlichkeits-Check aber allemal.

Zu Versuchszwecken ließ der stern "Watson" Profile von Barack Obama und Taylor Swift erstellen. Und das kam dabei heraus:

Unkonventioneller Obama und impulsive Swift

Auszüge aus der Rede Obamas anlässlich seines Sieges bei der Präsidentschaftswahl 2008 ließen "Watson" zu dem Ergebnis kommen, dass der US-Präsident vor allem unkonventionell, ungestüm und sozial ist.

"Watson" über Barack Obama

"Sie sind schwer in Verlegenheit zu bringen und sind meistens selbstbewusst", urteilt "Watson" über Barack Obama.

Sängerin Taylor Swift macht auf "Watson" hingegen den Eindruck eines vorsichtigen, aber auch impulsiven Menschen. Grundlage für die Analyse war in diesem Fall der emotionale Brief Taylors an Apple.

Profile von Taylor Swift

"Watson" über Taylor Swift: "In Ihren Entscheidungen, werden Sie von dem Wunsch nach Anerkennung geleitet."


Ellen Ivits