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Illegale Downloads verstoßen gegen Islam: Raubkopien sind nicht halal

Illegale Downloads sind mit dem islamischen Glauben nicht vereinbar - das hat nun eine türkische Religionsbehörde beschlossen. Die jüngste Download-Fatwa verbietet raubkopierte Filme und Musik.

Ob Musik, Filme, Games oder Serien - beinahe alles gibt es mit wenigen Mausklicks kostenlos im Internet. Illegal, versteht sich. Wird man erwischt, erleidet man meist den finanziellen Ruin, in Extremfällen drohen sogar bis zu fünf Jahre Haft. Trotzdem haben viele Raubkopierer nicht einmal ein schlechtes Gewissen, wenn sie neue Kinofilme direkt auf die eigene Festplatte ziehen.

Sind Raubkopien moralisch erlaubt?

Doch Raubkopien sind nicht nur strafrechtlich verboten, sondern auch moralisch. Das legte jüngst das türkische Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet) fest, wie aus einer öffentlichen Antwort des Hohen Rates auf die Frage eines Nutzers hervorgeht. Der Fragesteller wollte wissen, ob ein illegaler Download halal, also im islamischen Sinn zulässig sei.

Der Hohe Rat erklärte daraufhin, dass Internet-Piraterie den Regeln des Islams widerspricht. So heißt es: "Jede Tat, jede Handlung und Haltung, die eine Anstrengung einer anderen Person zunichtemacht, muss als Rechtsverletzung angesehen werden." Zudem habe "der Prophet bei verschiedenen Anlässen betont, wie wichtig es sei, einen Anderen für seine Arbeit” zu entlohnen, so die Diyanet.

Frage von allgemeiner Bedeutung

"Solche ungerechneten Handlungen [wie etwa das Herunterladen von Raubkopie] verstoßen nicht nur gegen das Recht des Einzelnen, sondern entmutige zudem Personen, die im betreffenden Bereich neue Produkte schaffen", heißt es in der Stellungnahme der Behörde.

Jeder Nutzer kann via E-Mail Anfragen an den Diyanet-Rat stellen. Normalerweise werden die Antworten nicht veröffentlicht. In diesem Fall entschied sich die Behörde aber, die Antwort öffentlich zu posten, da die Frage von allgemeiner Bedeutung gewesen sei.

cf
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