Ins Netz gegangen Das Web ist gaga


Aus "Pokerface" wird hier "Butterface" - was so viel wie Matsch-Gesicht bedeutet und eine Parodie auf die neue Chartstürmerin Lady Gaga sein soll. Remakes berühmter Musikclips haben im Web teilweise höheren Unterhaltungswert als das Original.

Stars wie Lady Gaga, Beyoncé Knowles und Britney Spears geben Millionenbudgets für ihre Musikvideos aus. Darin inszenieren sie sich als Amazonen, Männer verschlingende Büro-Miezen oder laszive Badenixen. Ihre Fans vergöttern diese Fantasiefiguren seitdem es Musikfernsehen gibt. Seitdem es jedoch kleine Webcams gibt, sitzen sie dabei nicht nur wippend auf der Couch oder sind auf dem Sprung zur "Mini Playbackshow", sondern werden selbst zum Vamp – zur Not auch zwischen Omas Plüschsessel und Opas Briefmarkensammlung.

Das Niveau der YouTube-Remakes schwankt extrem. So ist die hoch professionelle Parodie auf Benny Bennassis Club-Hit "Satisfaction" nur leidlich mit der Performance des korpulenten jungen Mannes im viel zu engen Gymnastikanzug – eine Inspiration, die auf Beyoncés Hit "Single Ladys" zurück gehen soll – zu vergleichen. Gemeinsam ist ihnen eine Mischung aus Selbstironie und Selbstüberschätzung. Für den Web-Kameraauftritt belohnt wie kaum ein anderer der Remake-Szene wurde ein anderer Beyoncé-Imitator: Shane Mercado. Der junge Amerikaner tanzte in "Flashdance"-Manie mit zerrissenem Aerobicanzug, sang dabei "Single Ladys" und beinahe zwei Millionen Internetsurfer sahen ihm dabei zu. Inzwischen hat er die Soulsängerin bereits persönlich getroffen und tourt als Backroundtänzer durch Europa und China. Shane Mercados Karriere bleibt die Ausnahme. Fast schon zur Regel geworden sind aber Witz, Leidenschaft und vor allem Selbstironie mit denen Fans ihrem Fantum frönen und aus Massengeschmack kleine Kultobjekte machen.


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