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NEULICH IM NETZ: Amtsschimmel als Dukatenesel?

Vieles mit dem großen E ist pfui. E-Commerce zum Beispiel erinnert zu viele Verarmte an bessere Zeiten. Aber es gibt noch gute E-Worte: die allgegenwärtige E-Mail selbstverständlich - aber auch E-Government. Doch das kostet Geld, das Kommunen nicht haben. Was tun? Genau: Kassieren.

Vieles mit dem großen E ist pfui. E-Commerce zum Beispiel erinnert zu viele Verarmte an bessere Zeiten. Aber es gibt noch gute E-Worte: die allgegenwärtige E-Mail selbstverständlich - aber auch E-Government. Doch das kostet Geld, das Kommunen nicht haben. Was tun? Genau: Kassieren.

»Macht's wie die USA«

Zumindest schlagen das Unternehmensberater vor. Die Kollegen von Mummert waren es diesmal, und wie alles wirklich Gute kommt das Vorbild aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Denn wer dort online Behördliches erledigt, zahlt dafür. Und zwar mehr, als er in der Amtsstube berappen müsste. Der originelle Vorschlag der Berater: »Macht's wie die USA, kassiert einfach mehr.« Kann doch wohl nicht wahr sein.

Wie wär's mal mit Standards?

Gegenvorschlag: Wie wäre es denn, wenn sich Kommunen, Gemeinden, Länder und vielleicht auch der Bund auf Standards einigen würden? Ein Pass ist ein Pass in Flensburg wie in Garmisch, Autos fahren in der ganzen Republik, Wohngeld lässt sich per Auto-Responder erledigen und der Bauantrag geht auch schematisch. Schließlich weichen die Vorschriften ohnehin von Straße zu Straße ab. Dann wäre auch das Kostengejammer vom Tisch, wie teuerteuerteuer doch das Internet sei. Logisch ist das teuer, wenn jeder es selbst erfindet. Es lebe der Föderalismus. Schließlich baut die Waschmittelindustrie auch keine neue Fabrik für jedes neue Pulver. Schäumt auch so genug.

Sparen könnte helfen

Vielleicht sollte es der Staat in seinen Verästelungen machen wie Menschen da draußen: Wenn denen das Geld knapp wird, überlegen sie nicht, wo sie Geld von anderen (hier: Steuerzahlern) herbekommen können, sondern, wo sie weniger ausgeben können. Damit ist jetzt mal nicht das teureteureteure Internet gemeint. Träumen wir doch mal: Weil es die Architekten virtueller Rathäuser in einer fernen Galaxie geschafft haben, bürgernahe Portale zu schaffen, werden sie auch akzeptiert und rege genutzt. Das spart mindestens acht Hartplastik-Schalensitze Marke Schwitze-Ritze pro Amt. Und Linoleum.

Außerdem können die Nummernautomaten reduziert werden, zweistellig reicht völlig, um renitente Technik-Verweigerer abzufertigen. Und die Pullunder-tragenden Gegenüber hinter Furnier-Tischen Eiche rustikal? Was ein verbeamteter Schalter-Muffel den Staat tatsächlich kostet (es gilt das Verursacherprinzip), weiß so recht keiner - aber bestimmt viel. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie auf Deutschlands Amtsfluren geschlurft wird? Arme am Körper regungslos herabfallend, Kopf geradeaus, leerer Blick, der Körper wie ausgestopft, nur die Beine winkeln in kleinen Schritten nach vorne, nicht genug, um die Hüfte aus ihrer Achse zu bringen. Das schreit nach einer Gesundheitsreform und Sitzbällen statt weichgefurzter Mausgrau-Stühle. Außerdem könnten Hunderte von Bäumen weiter wachsen, weil weniger Bleistifte via Beschaffungswesen herbei müssen. Jeder zweite der lustigen Kulis an der Kette kann ins Museum, Ämter können kleiner werden. Das schafft Wohnraum für Studenten. Ein schöner Traum.

Guido Augustin

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.