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Nutzer-Boom beim Social Network: Facebook hat jetzt 500 Millionen Freunde

Das größte Online-Netzwerk der Welt hat sechs Jahre nach der Gründung die halbe Milliarde Mitglieder geknackt. Bei Facebook tummeln sich mehr Menschen als in der EU leben.

Von Gerd Blank

Wissen Sie, wie viele Freunde Sie haben? Mark Zuckerberg, der Chef des größten sozialen Netz der Welt, weiß es genau und schreibt es in seinem Blog: 500 Millionen Menschen haben sich bei Facebook angemeldet. Eine irrational hohe Zahl von Personen, die alle über dasselbe Netz miteinander kommunizieren, sich Nachrichten schicken oder Bilder tauschen können - und dabei viel von sich Preis geben. Bei Facebook gibt es auch keine Abstufung im Bekanntschaftsgrad: Ob Kollege, Chef, Nachbar oder Bruder: Alle sind Freunde.

Facebook ist das perfekte Beispiel eines funktionierenden Schneeballsystems. Ursprünglich diente das Netz ein paar Harvard-Studenten dazu, sich auszutauschen. Doch schnell zog der kostenlose Dienst weite Kreise. Auch die Studenten anderer US-Hochschulen wollten mitmachen, dann Ehemalige und dann der ganze Rest. Die Facebook-Lawine eroberte innerhalb kürzester Zeit den amerikanischen Kontinent. Mehr noch: Auch in Deutschland wurde die Plattform genutzt, obwohl der Dienst vorerst nur in englischer Sprache zur Verfügung stand. Inzwischen gibt es das Angebot in mehr als 70 Lokalisierungen. Das Vernetzungsprinzip war so simpel wie revolutionär, dass sich kaum einer dem Sog entziehen konnte. Seit 2004 gibt es Facebook, innerhalb von nur sechs Jahren ist das Unternehmen zu einer, wenn nicht sogar DER, Macht im Netz geworden. Und die Mitgliederzahl wächst immer schneller, erst im Februar 2010 vermeldete das Unternehmen zum sechsten Geburtstag 400 Millionen Mitglieder, kaum sechs Monate später ist die halbe Milliarde geknackt.

Nichts im Netz ist so wertvoll wie Information. Auch Google verdient mit dem Aufspüren von Daten eine Menge Geld, allerdings handelt es sich dabei meist um Nachrichten, Bilder und Dokumente anderer Anbieter. Bei Facebook stellen Nutzer freiwillig ihre persönlichen Daten anderen Mitgliedern des sozialen Netzes zur Verfügung. Aus den Interessen und Vorlieben, aus den Aktivitäten und gespielten Spielen, aus den vernetzten Freunden und Gruppen wird ein digitales Bild geformt, das sehr viel Auskunft über die Mitglieder gibt. Die Werbeindustrie ist ganz heiß auf diese Infos und zahlt Facebook geschätzt mehrere hundert Millionen Dollar, um passgenaue Anzeigen auf den Mitgliederseiten zu platzieren. Der Wert des Unternehmens wird mittlerweile auf bis zu 15 Milliarden Dollar geschätzt.

SMS ist Schnee von gestern

Facebook ist inzwischen für viele der 500 Millionen Nutzer die einzige Kommunikationsplattform. SMS oder E-Mail? Schnee von gestern. Unterhaltungen finden per Statusmeldung statt, schließlich ist man dank iPad, Notebook und Smartphone auch ständig online. Tausende Webseiten sind zudem mit Facebook verknüpft und stellen so eine zusätzliche Verbindung dar. So haben deren Leser, Kunden, Spieler oder Fans häufig mit dem sozialen Netzwerk zu tun, ohne es überhaupt zu merken.

Anlässlich der runden Zahl startete Facebook die neue Anwendung "Facebook Storys", mit der Mitglieder eigene Erfahrungsberichte über Erlebnisse in Facebook veröffentlichen können. Die Beiträge sollen auf einer Weltkarte platziert und nach Kategorien wie Musik, Politik oder Haustiere sortiert werden.

Doch Facebook hat nicht nur Freunde. Der Untertitel zum demnächst startenden Facebook-Kinofilm "The Social Network" lautet folgerichtig: "Du kannst keine 500 Millionen Freunde haben, ohne Dir ein paar Feinde zu machen". An vorderster Front der Gegner und Kritiker stehen die Datenschützer. Sie bemängeln, dass Facebook zu leichtfertig mit personenbezogenen Daten der Mitglieder umgeht. Der Web-Konzern hat inzwischen diverse Male bei den Privatspähre-Einstellungen nachgebessert. Dennoch bleiben Aussagen von Mark Zuckerberg im Hinterkopf, der die Privatsphäre generell als ein überholtes Konzept bezeichnete.

Die digitale Generation

Den Nutzern der sozialen Plattform scheint es egal zu sein, was mit ihren Daten geschieht. Sie argumentieren häufig damit, dass sie lieber auf sie zugeschnittene Werbung sehen, als irgendwelche Anzeigen. Die junge Generation ist mit Google, Myspace und AOL aufgewachsen und nutzt das Web virtuos. Bedenken über die eigene Privatsphäre gibt es nicht. Der Wunsch nach Selbstdarstellung läuft dem per Definition zuwider.

Noch ist zwar nicht jeder von Facebook infiziert, aber täglich werden es mehr Nutzer. Rund zehn Millionen Deutsche sind bereits bei Facebook registriert, immerhin ein Achtel der Gesamtbevölkerung. Je mehr Mitglieder sich bei Facebook versammeln, desto weniger kann man sich diesem Service auch entziehen. Will man mit seiner Familie in Kontakt bleiben, braucht man künftig neben einer Postanschrift wahrscheinlich auch eine Facebook-Mitgliedschaft. Statt einer Telefonnummer gibt es ein eigenes Facebook-Profil. Noch ist Zuckerberg nicht zufrieden: "Unser Ziel sind eine Milliarde Nutzer", sagte der Facebook-Chef in einem stern-Interview. Sobald er das erreicht hat, sind wir (fast) alle Facebook. Ob wir es wollen oder nicht.

Lesen Sie dazu auch bei unserem Partner in der Schweiz, 20 Minuten Online: "Mark Zuckerberg und Facebook als Vorlage: The Social Network - erster Trailer zum Film von David Fincher"

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.