Personal Google holt "Vater des Internets"


Entwickler-Ikonen zu verpflichten, ist bei Google neuerdings Methode. Mit Vint Cerf wurde jetzt der Entwickler des legendären Netzprotokolls TCP/IP als "Prophet" verpflichtet.

Vint Cerf, einer der "Väter des Internets", wird künftig als Lobbyist und Entwickler für Google arbeiten. Das teilten Cerf und der Betreiber der führenden Internet-Suchmaschine in Mountain View (Kalifornien) mit. Er werde zum 3. Oktober bei Google als "Chief Internet Evangelist" antreten, was soviel heißt wie "Oberster Internet-Prophet". Cerf hatte in den 70er und 80er Jahren entscheidend an der Entwicklung des technischen Internet-Protokolls TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) mitgearbeitet.

Die merkwürdige Berufsbezeichnung hat sich Google einerseits als PR-Gag überlegt, andererseits hat sie auch inhaltliche Gründe. Der 62 Jahre alte Cerf kennt die Architektur des Internets wie kaum ein Zweiter. Schon als Student arbeitete er in den 60er Jahren am Arpanet mit - dem ersten Computernetzwerk zwischen vier amerikanischen Forschungseinrichtungen und Vorläufer des Internets. Mit Robert E. Kahn schuf er daraufhin mit TCP/IP den Transportmechanismus für digitale Datenpakete. Bei Google will Cerf an Copyright- und Datenschutzrichtlinien sowie der "nächsten Generation von Internet-Applikationen" werkeln.

Kein Einzelfall, sondern Methode

Google setzt mit der jüngsten Personalentscheidung seinen umstrittenen Kurs fort, möglichst viele talentierte Programmierer oder renommierte Start ups vom Markt wegzukaufen. Zuletzt hatte Google das Handysoftware-Unternehmen Android gekauft, das von dem ehemaligen Apple-Hardwareentwickler Andy Rubin gegründet worden war. Desweiteren stellte Google Andy Hertzfeld ein, der Anfang der 80er Jahre maßgeblich an der Entwicklung des ersten Apple Macintosh beteiligt war.

Mit Microsoft liegt Google zudem im Rechtsstreit, weil das Suchmaschinen-Unternehmen den ehemaligen ranghohen Microsoft-Manager Kai-Fu Lee abgeworben hatte. Am 13. September will ein Gericht im US-Bundesstaat Washington darüber entscheiden, ob Kai-Fu Lee sofort für seinen neuen Geldgeber tätig werden kann. Er soll für Google ein Forschungszentrum in China aufbauen.

mit Material von DPA

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