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Pornoseite Redtube: Abmahnanwalt Urmann verliert Zulassung und Kanzlei

Zehntausende Nutzer der Pornoseite Redtube hatte der Anwalt Thomas Urmann Ende 2013 abgemahnt. Doch das Verfahren entwickelte sich zur Farce. Nun darf er nicht mehr als Rechtsanwalt arbeiten.

Thomas Urmann war als "Redtube-Anwalt" bekannt geworden, nachdem seine Regensburger Kanzlei U+C Ende vergangenen Jahres eine Abmahnwelle gegen zehntausende Nutzer der Porno-Streamingseite gestartet hatte. Es kamen jedoch immer größere Zweifel an den rechtlichen Grundlagen des Verfahrens auf. Nun die endgültige Niederlage: Urmann hat seine Zulassung verloren, er darf nicht mehr als Rechtsanwalt arbeiten. Auch seine Kanzlei wurde geschlossen. Das teilte die Mainzer Anwaltskanzlei Gulden & Röttger mit, die viele der Abgemahnten vertreten hatte.

Strippenzieher flohen in die Schweiz

Urmann hatte den Nutzern der Pornoseite Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen. In den Abmahnschreiben wurden die Betroffenen aufgefordert, 250 Euro Schadensersatz zu zahlen.

Nur kurze Zeit später wurde ein Ermittlungsverfahren gegen die Kläger selbst eingeleitet. Die Wege, auf denen die IP- und Postadressen der Nutzer beschafft wurden, waren offenbar zweifelhaft.

Später kamen weitere Ungereimtheiten ans Licht, so soll die The Archive AG, für die Urmann tätig war, selbst gar nicht die Online-Verwertungsrechte an den Sexfilmen besessen haben. Außerdem verlegten die Strippenzieher überraschend ihren Firmensitz und tauschten ihre Führungsspitze aus. Der Abmahnskandal entwickelte sich zur Farce - für die Geprellten allerdings nur ein schwacher Trost. Wer die Abmahnung bezahlt hat, dürfte sein Geld wohl nie wieder sehen.

kis
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