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Pornostreaming-Abmahnwelle: Die Strippenzieher im Fall Redtube fliehen

Die Verantwortlichen der Redtube-Abmahnwelle versuchen offenbar, ihren Kopf zu retten: Die Archive AG ist umgezogen, der Direktor ist zurückgetreten. Ihnen drohen juristische Konsequenzen.

Von Christoph Fröhlich

Youporn-Macher Fabian Thylmann gilt als der King of Porn

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Der Redtube-Abmahnskandal schlug vor Weihnachten große Wellen: Zehntausende Nutzer des Pornostreamingportals bekamen Post von der Kanzlei Urmann+Collegen (U+C), in der ihnen vorgeworfen wird, einen Sexclip auf "Redtube.com" verbotenerweise abgerufen zu haben. Gefordert wurden 250 Euro Schadensersatz, aktiv wurde die Regensburger Kanzlei im Auftrag der The Archive AG.

Die Abmahnwelle wurde von langer Hand geplant: Um an die IP- und Postadressen der Nutzer zu gelangen, griffen die Juristen offenbar zu nicht ganz legalen Mitteln, wie ein Ermittlungsverfahren gegen die Abmahner selbst nahelegt. In den vergangenen Wochen kamen weitere Ungereimtheiten ans Licht, so soll die The Archive AG selbst gar nicht die Online-Verwertungsrechte an den Sexfilmen besitzen. Dies geht aus Vertragskopien hervor, die der Seite "abmahnhelfer.de" vorliegen. Auch das Bundesjustizministerium lieferte den Abgemahnten Schützenhilfe und erklärte, das bloße Betrachten eines Webstreams sei keine Urheberrechtsverletzung.

Direktor der Archive AG tritt zurück

Nun wurde es den Hintermännern offenbar zu viel: The Archive AG ist umgezogen und hat den Firmensitz von Bassersdorf ins schweizerische Weisslingen verlegt, einem 3000-Seelen-Dorf im Zürcher Oberland. Wie die "Welt" in ihrer Online-Ausgabe berichtet, gibt es derzeit erste Ermittlungen von Schweizer Behörden gegen die bisherigen Direktoren wegen bandenmäßigen Computerbetrugs.

Noch gravierender dürfte der Wechsel an der Unternehmensspitze sein: Der deutsche Geschäftsmann Phillip Wiik hat sich seit dem 27. Dezember von seiner Position als Direktor der Archive AG entbinden lassen. "Mit Bedauern" wurde Wiiks Schritt von Verwaltungsrat Ralf Reichert zur Kenntnis genommen, schreibt die schweizerische "Handelszeitung". Schnell musste ein Nachfolger her, denn sonst wäre das Unternehmen zwangsläufig liquidiert worden, da es gegen die Handelsregisterverordnung verstoßen hätte. Auf Wiiks folgt der bislang unbekannte 35-Jährige Nounagnon Sedjro Crespin Djengue aus Benin, einem Kleinstaat in Westafrika.

Opfer könnten auf Kosten sitzen bleiben

Ob der eilig verpflichtete westafrikanische Geschäftsmann weiß, was ihm blüht, ist unklar. Sollte sich bestätigen, dass The Archive die Onlinerechte für die abgemahnten Filme überhaupt nicht besitzt, droht dem Unternehmen ein Fiasko. Sämtliche abgemahnten Porno-User, die bereits die Schadensersatzforderung bezahlt haben, könnten versuchen, ihr Geld zurückfordern.

Die Chancen dafür stehen aber schlecht: Die Kanzlei U+C, die die Abmahnungen verschickt hat, wird die Betroffenen vermutlich direkt an die Schweizer Archive AG verweisen. Sie haben laut eigener Darstellung nur die Briefe verschickt und den Einzug der Abmahngebühren abgewickelt. Wie die Schweizer Kollegen an die Daten der Nutzer gekommen sind, dürfte Urmann egal sein. Ihr Geld dürften viele geprellte Betroffene aber nie wiedersehen.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.