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SchülerVZ: Trauern verboten?

Der Amoklauf von Winnenden versetzt auch das soziale Netzwerk SchülerVZ in einen Ausnahmezustand. Sehr viele verstörte Jugendliche versuchen, sich online mit Trauer und Angst auseinanderzusetzen. Währenddessen kämpfen die Betreiber um Kontrolle in der Community - und erzeugen Frust und Unverständnis.

Von Ralf Sander

Die Tragödie von Winnenden erschüttert das Land - und auf besondere Art die Jugendlichen. Sie sind im selben Alter wie die Opfer und der Täter. Und sie gehen jeden Tag in die Schule. Viele mit der Frage im Kopf, ob eine vergleichbare Katastrophe auch bei ihnen passieren kann. Für die heutigen Schüler ist das Web unverzichtbarer Bestandteil des Alltags. Sie treffen sich in sozialen Communitys und bringen dort zum Ausdruck, was sie beschäftigt. Zurzeit ist das auch der Amoklauf von Tim K.

Bei SchülerVZ - laut Unternehmensangaben mit fünf Millionen registrieren Nutzer Europas größtes Online-Netzwerk für Schüler ab 12 Jahren - herrscht Ausnahmezustand. Schülerinnen und Schüler versuchen mit ihren Gefühlen und Ängsten zurechtzukommen, sie zu artikulieren und mit anderen zu teilen. Dabei bringt die ausufernde Trauerarbeit sowohl Nutzer als auch Administratoren bisweilen an die Grenzen der Belastbarkeit.

Viele aufgewühlte Jugendliche haben die Profile von Schülern der Albertville-Schule aufgerufen und mit kindlichen Beileidsbekunden überflutet: "Lass den Kopf nicht hängen". Manche Nutzer ziehen von Profil zu Profil und verbreiten überall denselben Text. Auch gut Gemeintes kann zu viel des Guten werden: Viele SchülerVZ-Nutzer der Albertville-Schule haben ihre Profile inzwischen gesperrt, um sich vor dem Ansturm von außen zu schützen.

Trauergruppen nicht erlaubt

Bei SchülerVZ ist es möglich, Gruppen zu einem Thema zu gründen. Zum Amoklauf sprießt ein Diskussionszirkel nach dem anderen aus dem Boden, schnell sind es mehrere hundert. Die Administratoren schließen diese Gruppen so schnell wieder, wie sie von deren Existenz erfahren. Dieses Vorgehen sorgt für Unmut und Unverständnis bei vielen Nutzern.

Einer von ihnen ist der 16-jährige Karsten. Er gründet am Tag des Amoklaufs die Gruppe mit dem Titel "Wir trauern um die Opfer des Amoklaufes im Winnenden". Im Einleitungstext schreibt der Gymnasiast aus Krefeld außerdem: "Wir wollen hier keine Reporter, die nur auf Namen oder Fotos von Opfern aus sind." Außerdem bittet er alle, darauf zu achten, "dass die Privatsphäre nicht angetastet wird." Mehr als 1600 Schüler treten der Gruppe in kurzer Zeit bei. Wenig später wird die Gruppe von SchülerVZ gesperrt. Sie ist damit nicht gelöscht, kann aber bis auf Weiteres nicht benutzt werden.

Karsten erhält eine E-Mail folgenden Inhalts vom Support-Team der Community:

"Wir haben deine Trauergruppe zum Amoklauf in Winnenden gesperrt. Wir wissen, wie wichtig es ist, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Leider versuchen Journalisten seit gestern über das Internet an Informationen für Sensationsbeiträge zu kommen.

Um die Opfer und deren Familien zu schützen, sperren wir daher momentan alle Gruppen, die sich mit diesem Thema auseinander setzen."

Karsten ist sauer: "Ich finde sowas einfach nur unsäglich unverschämt. Hier wird auf den Gefühlen der Jugendlichen rumgetreten, und diese Gruppen werden mit lapidaren Begründungen gesperrt." Es sei eine Diskussion innerhalb von SchülerVZ über "Zensur" entbrannt, erzählt er weiter.

Dirk Hensen, Pressesprecher von StudiVZ Ltd., dem Betreiber von SchülerVZ, verteidigt gegenüber stern.de die Haltung der Betreiber. "Die Verwendung von Mitglieder-Fotos und Informationen aus SchülerVZ zum Zwecke der Berichterstattung ist laut unseren AGB verboten und verletzt die Urheber- und Persönlichkeitsrechte unsere Nutzer. Eine derartige Verwendung empfinden wir als respekt- und geschmacklos gegenüber den Opfern, Angehörigen und Freunden. Um bestmöglichen Opferschutz gewährleisten zu können, werden betroffene Profile - und in diesem außergewöhnlichen Fall auch Gruppen - gesperrt".

Eine Panne

Karstens Aufregung wächst noch, als er bei den SchülerVZ-Admins ein Profil eines der Opfer von Winnenden meldet, um es vor neugierigen Besuchern schützen - sprich: sperren - zu lassen. Wieder bekommt er eine Mail - allerdings mit einer Aussage, die der Argumentation der vorigen Korrespondenz widerspricht. Die Sperrung wird abgelehnt, mit der Begründung, nur die Eltern könnten darüber entscheiden. Unter anderem heißt es: "Oftmals nutzen die Freunde verstorbener Nutzer die Pinnwand als letzten Austauschpunkt und um Abschied zu nehmen. Wir möchten die Trauerarbeit der Freunde nicht stören." Gilt die Sorge um die Privatsphäre der Opfer jetzt doch nicht?

Diesen Vorfall erklärt Pressesprecher Hensen so: "Es handelt sich hierbei um einen einzelnen Supportfehler, für den wir uns vielmals entschuldigen. Es wurde versehentlich eine falsche Antwort versendet, das Opferprofil ist jedoch gesperrt. "

Fehler, die sich vielleicht durch Überforderung erklären lassen: SchülerVZ, so ist aus dem Unternehmen zu vernehmen, sei von dem sprunghaften Anstieg der Aktivität in der Community überrascht worden und habe alle Hände voll zu tun, das Verhalten der Nutzer in angemessenen Bahnen zu halten.

Wie denn nun trauern?

Karsten fühlt sich allein gelassen: "Ich denke es ist wichtig, dass über das Thema geredet wird." Der 16-Jährige wünscht sich Diskussionsmöglichkeiten innerhalb der Community, denn sonst "müssen die Jugendlichen weiter mit ihren Gefühlen und Ängsten in der Welt rumlaufen."

"Trauerarbeit spielt selbstverständlich eine große Rolle in sozialen Netzwerken", antwortet Hensen. "Wir denken darüber nach, unseren Mitgliedern in einer gesonderten Gruppe den Raum für den Austausch und damit auch für die erste Verarbeitung der Vorkommnisse zu geben." Ob und wann eine solche Gruppe geöffnet werde, könne er noch nicht sagen.

Nicht nur die Mitglieder, auch die Betreiber von sozialen Netzwerken müssen noch lernen, mit Extremsituationen umzugehen.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.