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Twitter-Aufruf Claus Kleber sucht die Nadel im Heuhaufen

Fotomontage Claus Kleber und Leserbrief
Claus Kleber sucht Alfi, den Zuschauer, dessen Leserbrief er beantworten möchte
© DPA; Screenshot Twitter
Was macht man, wenn man einen Leserbrief beantworten möchte, aber den Umschlag mit dem Absender verloren hat? Wenn man eine Viertelmillion Follower hat, am besten einen Twitter-Aufruf, dachte sich der ZDF-Nachrichtenmann.

Manchmal haben es Online-Journalisten tatsächlich besser. Wenn sie einen Leserbrief erhalten, kommt er per E-Mail – und die braucht keinen Umschlag. Dem Beantworten steht also höchstens Zeitmangel im Weg. ZDF-Moderator Claus Kleber bekommt als Fernsehjournalist jedoch auch "echte" Briefe: handgeschrieben mit Schnörkeln und Herzchen. Exakt so einen sandte ihm "Alfi", ein junger Mann, von dem Kleber sagt, dass er eine Beeinträchtigung habe. Er habe sich selbst als "behindert" bezeichnet. Schaut man sich den Brief an, bestätigt sich das, denn offensichtlich hat Alfi darin nur eine Zeile selbst geschrieben: "Vielen ♥lichen Dank". Der restliche Text wurde in sauberer Schreibschrift von einem "Ghostwriter" verfasst.

Claus Kleber möchte seinem treuen Fan antworten, doch nur der Umschlag und nicht der Brief selbst enthielt die Adresse des Absenders, schreibt der Nachrichtenmann bei Twitter. Und das Kuvert ging leider verschütt. 

Kleber versucht nun, die Macht der Masse zu nutzen und verfasste deswegen bei Twitter einen Aufruf, um Alfi zu finden. Follower Power hat Kleber reichlich, seinem Account folgt eine satte Viertelmillion Menschen. In der Hoffnung, über ausreichend Retweets auch einen Hashtag in Umlauf zu bringen, installierte er #BitteFindetAlfi. 

Der Erfolg muss sich noch einstellen

So ehrenwert die Absicht des Adressaten auch ist, den Verfasser des Leserbriefs zu finden – der Erfolg bleibt bislang aus. Auch die erhoffte Masse an Retweets, summa summarum sind erst knapp 600 zusammengekommen. Das ist bei einer so großen Anhängerschaft extrem schwach. Ist Klebers Aufruf in "Tagen wie diesen" vielleicht nicht relevant genug, um das Netz zu mobilisieren? Oder wird der Anchorman bei Twitter immer noch nicht so richtig ernst genommen? Dass er das Netzwerk etwas anders bedient als andere Journalisten, ist hinlänglich bekannt, auch der stern hat darüber schon einmal berichtet. Nichts für ungut.

Den Wunsch, eine Fanpost zu beantworten, finden wir jedoch so ehrenwert, dass wir gern bei der Suche helfen. Viel Erfolg, Claus Kleber!

bal

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