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Neue Kampagne Warum Facebook Nutzer bezahlt, ihre Accounts bei Instagram und Facebook abzuschalten

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Würden Sie für Geld Ihren Facebook- oder Instagram-Account deaktivieren?
© Krakenimages.com/Shutterstock.com
Wie sehr beeinflussen Facebook und Instagram die US-Wahl? Das will das Unternehmen nun selbst herausfinden. Und ist dafür auch zu drastischen Schritten bereit.

Die Kritik an den sozialen Medien und ihrer Rolle im US-Wahlkampf ist groß. Lange Zeit weigerte sich Facebook gar, offensichtliche Lügen in Werbung für politische Kandidaten zu markieren. Jetzt hat Mark Zuckerberg die Kehrtwende verkündet. Mit einer Reihe von Maßnahmen will der Konzern Manipulationen verhindern und die eigene Rolle aufarbeiten. Die radikalste: Menschen sollen Geld dafür bekommen, wenn sie ihren Account löschen.

Das geht aus Nachrichten hervor, die der Konzern einzelnen Nutzern zu schicken scheint. Journalistin Elizabeth Dwoskin von der etablierten "Washington Post" postete Auszüge der Nachricht bei Twitter. Der bei Instagram angezeigten Nachricht zufolge bekommen die Nutzer angeboten, ihren Account für einen bestimmten Zeitraum zu deaktivieren - und dafür bezahlt zu werden. Sie haben gar die Option, eine konkrete Geldsumme pro Woche zu fordern, zur Auswahl stehen 10, 15 und 20 Dollar die Woche. Das scheint aber ein Testballon zu sein: Facebook betont, dass die Angabe keine Auswirkung auf die tatsächlich bei Zustimmung angebotene Summe hat.

Geld für Instagram-Abstinenz

Natürlich will Chef Mark Zuckerberg nicht einfach seine Nutzer loswerden. Das Angebot ist Teil einer Untersuchung, wie groß der Einfluss der beiden sozialen Netzwerke Facebook und Instagram und der dort geschalteten Wahlwerbung auf das Wahlverhalten ist. Stimmt man dem Angebot zu, sperrt man sich zwischen einer und sechs Wochen aus den Netzwerken aus. Nach der Wahl am 3. November stellt Facebook den Nutzern dann Fragen zu ihrer Wahlentscheidung. Die Befragung wird ebenfalls bezahlt. Als Vergleichsgruppe dürften Nutzer dienen, die ihre Accounts im selben Zeitraum ganz normal nutzten.

Die Untersuchung soll herausfinden, welchen Einfluss die bei Facebook und Instagram geteilten politischen Inhalte und Wahlwerbemaßnahmen auf die Wahlentscheidung und die Informiertheit der Nutzer haben, erklärte Facebook. Die Bezahlung für die Teilnahme sei nicht ungewöhnlich. "Das ist ein ziemliches Standardvorgehen für diese Art wissenschaftlicher Untersuchung", erläuterte Facebook-Sprecherin Liz Bourgeous auf Twitter

Das ungewöhnlich wirkende Vorgehen ist Teil eines Versuchs Facebooks, öffentlichkeitswirksam das eigene Gewicht bei Wahlen zu hinterfragen. Die beauftragten Forscher würden nicht von Facebook bezahlt, betonte das Unternehmen, sie sollten möglichst unabhängig arbeiten können. Zudem beruhe die ganze Studie ausdrücklich auf einem höchstmöglichen Maß an Transparenz und würde nur mit der Zustimmung der Nutzer durchgeführt.

US-Präsident Donald Trump und die Republikaner haben ihren Parteitag diese Woche.

Schlechter Ruf bei Wahlen

Facebook war in den letzten Jahren mehrfach negativ wegen seiner Rolle in Wahlen in die Schlagzeilen geraten. So hatte der Konzern Wahlwerbung explizit vom Fact-Checking ausgenommen. Während der US-Präsidentschaftswahl 2016 hatte das Netzwerk ein massives Problem mit Falschmeldungen gehabt, die sich vor allem gegen Donald Trumps Konkurrentin Hillary Clinton richteten. Hinzu kam die Nutzung der Daten durch die dubiose Datenfirma Cambridge Analytica.

Um den Eindruck der absichtlichen oder unbewussten Manipulation abzuwehren, hat sich Facebook letzte Woche zu einer ganzen Reihe von Maßnahmen verpflichtet. So will das Netzwerk bis zu einer Woche vor der Wahl keine neuen Werbespots mehr zulassen, um auf den letzten Metern eine Änderung der Strategie zu verhindern. Zudem will man die Wähler vermehrt auf Falschmeldungen hinweisen, die etwa die Briefwahl, zu früh verkündete Wahlergebnisse oder Covid-19 betreffen. Mit geprüften Videos und Bannern will man zudem unterrichten, wie man korrekt und sicher wählen kann.

Quellen:Twitter,Facebook


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