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Website: Kommen und sehen

Manche nennen es Kunst, andere Pornographie: Die Website Beautifulagony.com zeigt Menschen, die masturbierend zum Höhepunkt kommen - allerdings nur deren Köpfe. Gründer Richard Lawrence will es als Kunst verstanden wissen.

Von Kathrin Warncke

Die australische Website Beautifulagony.com zeigt in zweiminütigen Clips Menschen, die masturbierend zum Höhepunkt kommen. Die selbstgedrehten Videos zeigen sie nur vom Oberkörper aufwärts, dabei haben sie sich selbst mit Camcordern gefilmt und die Aufnahmen eingeschickt.

Fast 1000 Videos fasst mittlerweile die Sammlung der voyeuristischen Filme. Neben den Orgasmus-Filmen sind auch andere Beiträge zu sehen, in denen Interviews zu sexuellen Vorlieben gezeigt werden. Einige von ihnen können kostenlos angesehen werden. Wer mehr davon anschauen will, muss sich registrieren lassen. Eine 30-tägige Mitgliedschaft kostet 15 Dollar, für 90 Tage werden 30 Dollar verlangt.

"Gegenteil von Sexfilmen"

Richard Lawrence hat 2004 "Beautiful Agony" gestartet, weil er sich zuvor häufig über Erotikfilme geärgert habe. "Das wirklich Erotische wird dabei nicht beachtet: das Gesicht. Der Mensch verliert seine Kontrolle und wird so verletzlich." Die Seite will der Gründer als Kunstobjekt und nicht als Porno-Seite verstanden wissen: "Ein echtes Gesicht und echte Orgasmen- das ist das pure Gegenteil von Porno."

Aus dieser Idee heraus gründete er die Website beautfulagony.com. Am Anfang haben nur Bekannte oder Freunde des Pärchens ihre Videos veröffentlicht, später kamen auch Filme von anderen Menschen dazu. Für eine Veröffentlichung bieten die Betreiber der Website rund 150 Dollar als Bezahlung an. Zuvor müssen die Teilnehmer einen Veröffentlichungsvertrag unterschreiben und belegen, dass sie älter als 18 Jahre alt sind. Die Website scheint vor allem Frauen anzusprechen, rund 75 Prozent der registrierten User sind weiblich.

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