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Wikileaks Warum die geleakten Hacker-Werkzeuge des CIA uns wirklich Angst machen sollten


Wikileaks hat enthüllt, wie die CIA unsere Smartphones, Fernseher und Co. übernehmen kann. Dass die Geheimdienste das können, schockt wohl die Wenigsten. Ein Aspekt der Geschichte sollte uns aber Sorgen machen.

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA kann im Prinzip jeden Menschen auf der Welt überwachen. Dazu können die Schnüffler das Smartphone, ob Android-Gerät oder iPhone, oder etwa den Fernseher übernehmen, orten, Kamera und Mikro nach Belieben einschalten und Chats und ähnliches mitlesen. Das behauptet Wikileaks und hat damit enthüllt, womit die meisten wohl ohnehin schon gerechnet haben. Der Schock hält sich in Grenzen. Dabei gibt es einen Aspekt, der auch Durchschnittsbürgern wirklich Angst machen sollte.

Denn Wikileaks kam nicht nur an die Informationen, sondern gleich an den gesamten Programm-Code der Hacker-Werkzeuge. Die CIA habe die Kontrolle über sein Arsenal an Schädlingen, Viren, Trojanern und Exploits verloren, gibt Wikileaks in der Pressemitteilung an. Die Daten zirkulieren demnach ohne jede Kontrolle zwischen ehemaligen Regierungs-Hackern und Auftragsarbeitern. Einer von ihnen soll Wikileaks die gesamte Ladung zugespielt haben, veröffentlicht wurden allerdings nicht die Werkzeuge, sondern nur die Dokumente.

Mächtige Werkzeuge in den falschen Händen

Sollte das tatsächlich stimmen, lässt der Leak Raum für deutlich schlimmere Szenarien. Dass ein Geheimdienst eines demokratischen Staates in einem solchen Ausmaß Zugriff auf die Technologie der Weltbevölkerung hat, ist gruselig genug. Der Durchschnittsbürger dürfte in der Regel aber nicht ins Visier der Schnüffler geraten. Wenn die Cyberwaffen in falsche Hände gelangen, sieht das schon deutlich anders aus. Von korrupten Autokratien bis zu kleinen Kriminellen gibt es weltweit jede Menge Abnehmer für das digitale Einbruchswerkzeug. Und je weiter es sich verbreitet, desto günstiger könnte es zu bekommen sein. Irgendwann ist sie so billig, dass auch beliebige private Rechner, Smartphones, Fernseher und so weiter lohnende Ziele werden.

Wie viel an Wikileaks Behauptungen dran ist, muss sich noch zeigen. Während die US-Regierung die Authentizität der Dokumente nicht bestätigen wollte, bewerteten Experten die Daten als gewichtig und glaubwürdig.

Apple widerspricht

Apple weist etwa darauf hin, dass ein großer Teil der in den geleakten Dokumenten beschriebenen Einfallstore längst behoben wurden. Das iPhone wäre damit zwar immer noch längst nicht so sicher wie von seinen Fans beschworen, ein Schweizerkäse voller Sicherheitslücken ist es aber auch nicht. Bei Android-Geräten sieht das schon anders aus. Da viele Geräte keine Sicherheitsupdates erhalten, sind Lücken oft über Jahre nutzbar. Das war allerdings auch ohne den CIA-Leak der Fall. Die Kunden können letzten Endes nur hoffen, dass die Hersteller gewissenhaft die Lücken in ihrer Software schließen, Microsoft und Samsung haben etwa bereits Untersuchungen angekündigt.

mma

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