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Protest gegen Datenschutz-Mängel Zehntausende auf Facebook-Entzug


Mehr als 30.000 Facebook-Nutzer seien ihrem Aufruf gefolgt und hätten am Montag das größte soziale Netzwerk verlassen. Das sagen zumindest die Organisatoren des "Quit Facebook Day". Der Massenausstieg ist als Protest gedacht.

Mehrere zehntausend Internetnutzer haben das Internet-Kontaktnetzwerk Facebook nach Angaben von Aktivisten am Montag aus Protest gegen die Datenschutzpolitik des Unternehmens verlassen. Auch stern.de-Redakteur Gerd Blank gehört dazu, er hat seine Beweggründe in einem offenen Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg dargelegt. Bis um Mitternacht (MESZ) in der Nacht auf Dienstag seien insgesamt 32.749 Facebook-Mitglieder einem Aufruf gefolgt und hätten dem sozialen Netzwerk den Rücken gekehrt, teilten die Organisatoren auf der Website "Quit Facebook Day" mit. Die Gruppe, die von den beiden kanadischen Webdesignern Joseph Dee und Matthew Milan ins Leben gerufen worden war, hatte für für den 31. Mai Facebook-Nutzer aufgerufen, ihre Nutzerkonten zu schließen.

Facebook ist mit fast 500 Millionen Mitglieder das größte soziale Netzwerk der Welt. Das Onlinemagazin "Venturebeat" bezeichnet die Ausstiegsaktion als Flop und belegt diese Meinung mit Zahlen: Für jeden Aussteiger blieben 15.000 Mitglieder im Netzwerk, hieß es. Und: Pro Mensch, der die Community verlässt, kämen vier bis fünf neue dazu. Facebook wachse zurzeit laut Unternehmensangaben pro Tag um 150.000 Mitglieder.

Die Datenschutzaktivisten erklärten, Facebook überlasse seinen Nutzern zwar die Entscheidung, welche Daten diese veröffentlichen wollten - es benachteilige die Anwender dabei aber trotzdem. Kritiker fordern von Facebook seit langem, dass persönliche Daten der Nutzer von Anfang an komplett privat seien müssen. Wer einen Teil davon freigeben wolle, sollte dies dann entscheiden können. Stattdessen sind bei dem Internetnetzwerk von Anfang an viele der angegebenen Nutzerdaten öffentlich ersichtlich und müssen explizit gesperrt werden. "Die Art und Weise, wie Facebook die Zukunft des Internet gestalten will und sich zum Anbieter unserer Online-Identität aufspielt, passt mir nicht", sagte Dee dem Jugendportal jetzt.de, "Dass sie ihren Nutzern sagen wollen, was am besten für sie ist. Zwar reagieren sie jetzt auf ihre Kritiker, aber nur notgedrungen. Die Unternehmenskultur ist nicht darauf angelegt, den Nutzern zuzuhören."

Facebook stand wegen dieser Datenschutzpolitik in den vergangenen Monaten immer wieder in der Kritik, auch von Datenschützern und der Politik in Deutschland. Vergangene Woche hat Facebook dem öffentlichen Druck nachgeben und seine Einstellungsmöglichkeiten für die Privatsphäre deutlich vereinfacht.

san/AFP AFP

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