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Schädling Hummer: Neuer Android-Trojaner bringt Hackern 500.000 Dollar ein - pro Tag

Auch auf Smartphones breiten sich Trojaner immer weiter aus. Ein Sicherheitsunternehmen hat nun ein Exemplar für Android-Geräte gefunden, das seinen Entwicklern richtig Geld in die Kassen spült. Die Spur führt nach China.

Android Malware Hummer Trojan

Die neue Malware "Hummer" befällt Smartphones mit Android.

Viren, Trojaner und Co. waren vor wenigen Jahren ein Problem, mit dem man sich fast nur auf Windows-Rechnern herumschlagen musste. Aber Malware-Apps auf Android-Smartphones haben in den letzten Jahren mächtig aufgeholt. Jetzt ist ein neuer Schädling aufgetaucht, der sich rasant verbreitet - und den Machern viel Geld in die Kassen spült.

Die Malware namens "Hummer" befällt Android-Smartphones und -Tablets und gibt sich selbst erst einmal umfangreiche Nutzerrechte (Root-Zugang). Dann lädt sie fröhlich Werbe-Popups und nervt den Nutzer. Um sich nicht alleine zu fühlen, werden außerdem noch fleißig weitere Schädlinge installiert, berichten die Entdecker von "Cheetah Mobile" in einem Blogbeitrag. Zusätzlich werden im Hintergrund unerwünschte Apps installiert, vor allem Porno-Apps.

Nerviger Datenfresser

Das Smartphone wird dadurch kaum noch benutzbar. Ständig poppen neue Fenster auf, löscht man die nervigen Porno-Apps, werden sie ruck-zuck neu geladen. Das geht gewaltig auf das Datenvolumen. Unglaubliche 10.000 Mal am Tag soll sich Hummer mit dem Internt verbinden, ganze 200 Apps installierte die Malware auf einem Test-Smartphone. Das verbrauchte satte zwei Gigabyte Datenvolumen - in nur wenigen Stunden.

Bei der Verbreitung ist Hummer erschreckend erfolgreich. Durch die Root-Rechte macht sich der Trojaner immun gegen ein reines Zurücksetzen des Smartphones. Um die Malware zu entfernen, muss man das Betriebssystem aufwendig zurückspielen. Weil sich der Schädling zudem rasant verbreitet, war er zeitweise auf fast 1,5 Millionen Geräten zu finden, vor allem in Asien. Aber auch hierzulande waren Tausende Android-Smartphones befallen. Welche Android-Versionen betroffen sind, ist nicht bekannt. Genauso wenig, ob die Lücke in neuen Versionen wie Android Nougat geschlossen wird.

Fette Beute

Mit einer solch erfolgreichen Schädlings-App lässt sich ordentlich Geld verdienen. Die Experten setzen pro durch den Trojaner unerwünscht installierte App einen Gewinn von einem halben US-Dollar an. Pro Tag. Im Zeitraum zwischen März und Juni 2016 war Hummer im Schnitt auf einer Millionen Geräten installiert. Damit hätten die Entwickler des Schädlings jeden Tag knappe 500.000 Dollar eingenommen, schätzt "Cheetah Mobile". Die Experten untersuchten auch, wohin die Malware funkte. Ein knappes Dutzend Webseiten werden genutzt, um Hummer zu steuern. Sie deuten auf einen Betreiber in China hin.

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