Bundesnetzagentur Gespräche zum Handy sollen billiger werden


Die Bundesnetzagentur will geringere Gebühren für die Weiterleitung von Festnetzgesprächen in Mobilfunknetze durchsetzen. Was für die Verbraucher geringere Ausgaben bedeuten würde, könnte die Netzbetreiber Milliarden kosten.

Anrufe vom Festnetz zum Handy könnten schon bald billiger werden. Die Bundesnetzagentur will die Gebühren, die Deutschlands Mobilfunkanbieter für die Weiterleitung von Festnetzgesprächen in ihre Netze verlangen, spürbar senken. "Die Terminierungsgebühren müssen in einem europäischen Gleitpfad weiter nach unten gehen", sagte Behördenpräsident Matthias Kurth der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bei den führenden deutschen Mobilfunkanbietern, T-Mobile und Vodafone, will Kurth dem Bericht zufolge eine Senkung der Weiterleitungsgebühren von 11 Cent in der Minute auf unter 10 Cent erreichen. Auch von den kleineren Anbietern E-Plus und O2, die bislang 12,4 Cent in der Minute verlangen, erwartet der Agenturchef eine spürbare Absenkung.

Die Größe spielt eine Rolle

Wegen der unterschiedlichen Strukturen der kleineren Netzbetreiber sei allerdings bei ihnen auch in Zukunft ein etwas höherer Preis gerechtfertigt, sagte Kurth. Der Behördenchef setzt laut "FAZ" darauf, die Mobilfunkunternehmen in Verhandlungen zum Einlenken zu bewegen. "Die Unternehmen sollten sich beeilen. Wir brauchen bald - und das heißt möglichst noch in diesem Winter - ein Ergebnis", sagte Kurth. Andernfalls könne die Netzagentur im Extremfall ein Antragsverfahren mit einer Vorabgenehmigung der Entgelte anordnen, berichtete die Zeitung. Weil jeder einzelne Mobilfunkbetreiber ein Monopol für die Gesprächszustellung in sein Netz besitze, halte die Netzagentur die Gebühren für regulierungspflichtig.

Für die Mobilfunkkonzerne würde eine Senkung der so genannten Terminierungsentgelte erhebliche finanzielle Einbußen bedeuten. Laut "FAZ" machen die Weiterleitungsgebühren bis zu 30 Prozent des Gesamtumsatzes der Netzbetreiber aus. Eine Absenkung der Gebühren im angestrebten Ausmaß könnte deshalb in der Branche zu Einnahmeausfällen in Milliardenhöhe führen.

Applaus von regionalen Anbietern

Der Branchenverband der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften BREKO begrüßte das Vorhaben der Bundesnetzagentur, mahnte aber eine stärkere Senkung auf 5 Cent bis 2008 an. Die 12,4 Cent beziehungsweise 11 Cent (je nach Mobilfunkunternehmen), die Festnetzgesellschaften für die Übergabe von Gesprächen derzeit zahlen, sind den BREKO-Mitgliedern schon lange ein Dorn im Auge. Angesichts der mittlerweile weit verbreiteten Gebühren von wenigen Cent für eine Mobilfunkminute im Endkundenbereich sei diese Größenordnung völlig unverständlich. "Wir subventionieren so schon zu lange die Geschäftsmodelle der Mobilfunkbetreiber," erklärt BREKO-Präsident Peer Knauer.

AP AP

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