HOME

Feldversuch in Lemgo: Und die SMS sprach: "Es werde Licht"

Viele Kommunen sind in den Miesen, daher schalten sie in den Vororten die Straßenbeleuchtung früher ab. Im lippischen Lemgo müssen die Menschen nicht länger im Dunkeln tappen, sie haben eine Erleuchtung - buchstäblich: die SMS-Laterne.

In Deutschlands Städten geht das Licht aus. Da es vielen Kommunen finanziell alles andere als rosig geht, schalten sie - mit Vorliebe in den Vororten - die Straßenbeleuchtung früher ab. Im lippischen Lemgo müssen die Menschen nicht länger im Dunkeln tappen: Per Kurzmitteilung vom Handy gehen im Lemgoer Stadtteil Dörentrup die Lampen wieder an, bisher allerdings nur auf einer zweieinhalb Kilometer langen Teststrecke. Den Bürger kostet die Erleuchtung 50 Cent, die Stadt nichts. "Es ist ein völlig neuer Geschäftszweig", schwärmt Dieter Grote von einer örtlichen Werbeagentur, der die Idee hatte.

"Die Leute sind bereit, dafür einen gewissen Obolus zu entrichten"

Denn das Interesse anderer Kommunen ist groß. Es habe Kontakte zu Essen, Köln, dem Ruhrgebiet und der münsterländischen Stadt Ochtrup gegeben, erzählt Grote. Renate Dalbke, Marketingleiterin der Stadtwerke Lemgo, bestätigt, mit einzelnen Städten liefen konkrete Gespräche. "Angefragt haben jede Menge Städte." "Dial4Light" (Wähle für Licht) haben die Lemgoer ihre Idee genannt. Doch sie wollen kein falsches Signal aussenden: Es sei nicht geplant, dass die Kommunen nun überall früher die Lichter ausgehen lassen, sondern es handele sich um eine "Ergänzung" für Vororte und den ländlichen Raum. "Die Leute sind bereit, dafür einen gewissen Obolus zu entrichten", vermutet Dalbke.

Die Finanznot treibt immer mehr Städte dazu, die Lichter früher auszuschalten, bestätigt Martin Lehrer, Sprecher des Städte- und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen. "Es ist schon ein genereller Trend. Überall wird der kommunale Haushalt auf Sparmöglichkeiten abgeklopft." Genaue Zahlen zu den Abschaltungen gebe es nicht.

Entscheidend für Lemgo ist die Sicherheit der Bürger auf zuvor dunklen Straßen, aber auch unbeleuchtete Fußballplätze könnten künftig in hellem Licht erstrahlen. "Die Jogger laufen da mit Grubenlampen herum", beschreibt Grote. Die Größenordnung des neuen Geschäfts ist Dalbkes Angaben zufolge zwar noch unklar. Aber: "Dass die Stadtwerke damit auch Geld verdienen wollen, ist ganz klar als Ziel vor Augen." Nach den Worten des 54-Jährigen steht die Gründung einer eigenen Firma bevor - mit Grote als Ideenlieferant und den Stadtwerken, die die Technik liefern.

Patent bereits angemeldet

Das Prinzip ist ganz einfach: An der Teststrecke, einer Straße mit Rad- und Fußweg in Dörentrup, werden die Signale des Handys über ein Modem in den Straßenbeleuchtungs-Verteilungsschränken an die Laternen weiter gegeben. Für eine Viertelstunde haben die Bürger dann Licht. Die Nutzer müssen sich allerdings mit ihrem Handy bei den Stadtwerken registrieren lassen und für den Strom bezahlen. Im derzeitigen Probebetrieb sei dies nicht möglich, aber "wir haben eine entsprechende Plattform wegen des Handyparkens", erklärt die Marketingleiterin. Ein Patent ist angemeldet, die Kommune ist interessiert: "Von Seiten der Stadt gibt es keine Bedenken", sagt Sprecher Karl-Heinz Mense.

Die Lösung fand Grote ganz spontan. Ausschlaggebend sei seine Frau gewesen - "von Angstgefühlen einer Mutter bis zur neuen Idee", beschreibt der 54-Jährige. Denn seit fast zehn Jahren sei der Fahrradweg, auf dem seine Kinder abends nach Hause fahren, von 22.30 Uhr an unbeleuchtet. In einer Ausstellung in der historischen Maschinenhalle der Stadtwerke habe er schließlich einen alten münzbetriebenen Stromzähler gesehen, wie er früher in Sporthallen oder bei säumigen Kunden im Einsatz war. Dieses Prinzip trimmte er zusammen mit den Stadtwerken auf modern. Die Erleuchtung per SMS greift um sich: Ein Gastwirt in Hohenhausen bei Kalletal wolle seine Gäste bei Bedarf mit einer erleuchteten Straße erfreuen, sagte Dalbke. "Die Idee finde ich witzig." Und es gibt weitere Einsatzmöglichkeiten, Denkmäler könnten beleuchtet werden oder Taxifahrer ihren Kunden bis zur Haustür buchstäblich heimleuchten. "Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt."

Thomas Strünkelnberg/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.