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Freisprechanlagen: Harakiri mit dem Handy?

Obwohl es gefährlich ist, telefonieren viele Autofahrer ohne Freisprechtechnik. Tipps für sorgloses Plaudern am Steuer.

Das Telefonieren im Auto umgibt der Reiz des Verbotenen. Knapp 30 Millionen tun es am Steuer - aber nur jeder Dritte davon mit Freisprecheinrichtung. Ein Blick auf den Wagen nebenan belegt diese Zahlen einer ADAC-Umfrage. Selbst das drohende Bußgeld von 30 Euro schreckt viele nicht ab. Künftig sollen sogar 40 Euro fällig sein nebst einem Punkt in Flensburg.

Versicherungsschutz in Gefahr

Dabei ist unstreitig, dass Telefonieren mit dem Handy am Ohr erheblich vom Verkehr ablenkt. Lässt sich nach einem Crash ein Telefonat als Ursache nachweisen, verlieren Autofahrer in der Regel ihren Versicherungsschutz.

Einfachste Lösung: Headsets

Was also tun? Während der Fahrt ohne Handy in der Hand telefonieren - das geht nur mit einer Freisprecheinrichtung. Die einfachste Lösung sind Headsets, wie man sie auch vom Telefonieren zu Fuß kennt. Billige Freisprechkabel sind allerdings für Autofahrer nur bedingt geeignet: Da es unbequem ist, den Knopf im Ohr ständig zu tragen, kommt bei eingehenden Anrufen leicht Hektik wegen verhedderter Kabel auf - bei Tempo 200 Handy-Harakiri. Besser sind Funk-Modelle wie das Logitech "Cordless Headset" (149 Euro) oder das Jabra-Bluetooth-Headset BT200. Letzteres gibt es in zwei Versionen: Für Handys, in denen der Funkstandard Bluetooth eingebaut ist, gibt es eine zu 129 Euro. An ältere Handys ohne Bluetooth lässt sich eine Variante mit eigenem Sender für 189 Euro anschließen.

Komfortabel: Carkits

Empfehlenswert sind Funk-Headsets in erster Linie für Autofahrer, die oft den Wagen wechseln. Wer das nicht tut, sollte sich eine Einbaulösung gönnen. Mit einem Carkit telefoniert man über ein separates Mikrofon und kann die Hände am Steuer lassen. Ein Lautsprecher verstärkt die Stimme des Gesprächspartners. Empfehlenswerte Carkits wie "Audio Profi" vom Funkwerk Dabendorf gibt es ab 179 Euro.

Häufig beklagen sich Carkit-Nutzer darüber, dass ihre Freisprecheinrichtung an ein bestimmtes Handy gebunden ist. Hier helfen "Universal"-Modelle, wie sie von Cullmann (Variocom 3, 219 Euro) oder THB-Bury (Universal Voicedial, 330 Euro) angeboten werden. Beim Handywechsel lässt sich dabei ein Adapter für etwa 50 Euro austauschen.

Auf die Außenantenne sollte man nicht verzichten

Für alle nachgerüsteten Lösungen im Auto gilt: Das Handy oder Carkit sollte auf jeden Fall an eine Außenantenne angeschlossen sein. Auch bei Einsatz eines Headsets sollte man eine Fenster-Klemmantenne installieren, wie sie von Anbietern wie Hirschmann ab zirka 80 Euro erhältlich ist. Nur Cabrio-Fahrer sind fein raus: Unter freiem Himmel funkt ein Handy ungestört.

Hannes Rügheimer / print
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