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Google-Glass-Tester: Pech gehabt, Du "Glasshole"!

Die Datenbrille Google Glass wirft ihre Schmähung voraus: In den USA werden die Träger "Glasshole" genannt. Ein klassisches Schicksal von Leuten, die immer als Erste den heißen Scheiß haben müssen.

Von Niels Kruse

Wahrscheinlich ist Google Glass erst wirklich dann am Ziel, wenn Attrappen des ominösen Brillenrechners zu Hunderttausenden aus chinesischen Fabriken herauspurzeln. Wenn jeder den unbedingten Willen hat, eine Art Riesen-USB-Stick auf sein Gestell zu legen, um im Glanze dieses heißen Scheiß cool zu funkeln. Bis es soweit ist, haben die Jünger der Datenbrille aber noch einen steinigen Weg voller Ablehnung, Schmähung und Anfeindung vor sich. In den USA (wo einige Hundert Tester die ersten Modelle Gassi-Führen dürfen) geistert das entsprechende Schlagwort herum: "Glasshole".

Kenner der englischen Sprache erkennen schnell die klangliche Ähnlichkeit zu einem Schimpfwort, das auch im Deutschen den untersten Rücken bezeichnet. "Glasshole" also. So werden Leute genannt, die ihren Brillenrechner "im nicht sozial akzeptierten Rahmen benutzen", wie das US-Magazin "The Atlantic" etwas sperrig schreibt. Frei und unfreundlich ins Deutsche übersetzt, könnte man sie auch "Gl-Assis" nennen. Angeber-Idioten, die ihre Umwelt mit dem neustem Technik-Spielzeug nerven. Nicht wenige Priviligierte aber verstehen die Schmähung mittlerweile als Auszeichnung.

Was interessieren mich andere Leute? Ich hab Google-Glass!

Was genau die Gadget-Hasser so zornig macht, hat nicht einmal viele handfeste Gründe. Einer der wenigen: Privatsphäre. Wer sich den Spaß erlaubt, auf Twitter nach "Glasshole" zu suchen, stößt unter anderem auf Menschen, die sich durch die Träger ungefragt beobachtet und ausspioniert fühlen. Das Ding kann schließlich nicht nur Bilder und Videos empfangen sondern auch senden. Aber wer unterhält sich schon gerne mit jemandem, der das Gespräch möglicherweise mitschneidet? Und dabei die Augen verdreht, weil das vom Winzcomputer projizierte Bild am oberen Brillenrand herumlungert? Oder dabei so sehr ins mobile Internet versunken ist, dass ihn sein Gegenüber nicht mehr interessiert?

Dass einem Big Brother unverhohlen ins Gesicht blickt, ist die eine Seite. Die andere erinnert in ihrer wolkigen Unbestimmtheit an den Anfang der 90er Jahre. Damals trat das Mobiltelefon seinen Siegeszug an. Es waren nicht unbedingt Sympathieträger, die sich als erstes die damals sündhaft teuren Dinger zulegten. Unvergessen, wie Gordon Gecko in "Wallstreet" mit dem riesigen DynaTac herumfuhrwerkte. Das war 1987 und fortan klebten Handys an wichtigen Banker-Gesichtern, die wichtige Banker-Geschäfte machen und allen Nicht-Bankern sehr deutlich machten, wie wenig sie doch Menschen von Geld sind.

Heute sind Software-Typen und andere Nerds die Erstanwender mit Sendungs- und Statusgehabe. Gut bezahlte Spezialisten, befremdlich manchmal, aber jung und aufgeschlossen. "Early Adopters", die keine technische Entwicklung schnell genug bekommen können. Und wie immer ziehen sie Neid, Missgunst und Skepsis an. Weil die Menschen dem neuem, heißen Scheiß misstrauen. Weil sie nicht wissen, wohin das alles noch führen soll. Aber gleichzeitig ahnen, dass da Musik drinnen stecken könnte. Irgendwie erinnern die immer gleichen Geschichten - ob die der ersten Handys, der ersten Bluetooth-Freisprech-Ohrsteckern, der ersten iPads als Fotoapparat oder nun von Google Glass an Litschis: Sieht doof aus, entpuppt sich aber schnell als lecker.

Vermutlich wird nicht mehr viel Zeit vergehen, bis die Datenbrille aus dem Suchmaschinen-Haus deutlich dezenter daherkommt als der bisherige Klopper. Offenbar verhandelt Google bereits mit Brillenherstellern über die Massenproduktion ihres neuen Mobilcomputers. Die US-Seite Buzzfeed hat schon mal herumgesponnen, wie Google-Glass künftig aussehen könnte: Wie eine ganz normale Brille. Die gute Nachricht: Es ist Schluss mit Glasshole-Beschimpfungen. Die schlechte: Datenbesorgte Bürger werden auf den ersten Blick nicht mehr erkennen können, dass da ein großer Bruder guckt.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(