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Der Abend bei Apple: Das iPhone 7 kommt mit Super-Kamera - geht aber richtig ins Geld

Apple hat das iPhone 7 und das iPhone 7 Plus vorgestellt. Die wollen mit ihren inneren Werten punkten - vor allem mit der Spitzenkamera. Der Star des Abends war aber ein anderer.

iPhone 7 Plus

Das neue iPhone 7 plus hat eine Doppelkamera

Was für ein Abend. Apple hat geradezu ein Produktfeuerwerk gezündet und zusammen mit dem iPhone 7 insgesamt ganze sechs neue Geräte vorgestellt: iPhone 7, iPhone 7 Plus, Apple Watch Series 2, die überarbeitete Apple Watch Series 1 sowie die neuen Kopfhörer Airpods. Als Bonus gab es auch neue Beats-Kopfhörer. Ein weltberühmter Klempner stahl aber allen die Show.

Super Mario ist nun auf dem iPhone

Denn das war ganz sicher die Überraschung des Abends: Super Mario gibt es jetzt erstmals auch abseits einer Nintendo-Konsole – exklusiv auf dem iPhone. Vorher gab es Nintendo-Spiele immer nur auf den hauseigenen Konsolen. "Super Mario Run" ist bereits im App Store erschienen und speziell für die Bedürfnisse von Smartphone-Nutzern entwickelt. Als erstes Mario-Spiel ist es für das Zocken mit einer Hand ausgelegt. So kann man auch in der U-Bahn oder beim Essen daddeln.

Apple-Event: So schick sind iPhone 7 und Co.
Mit der markanten Kamera-Öffnung ist das iPhone 7 Plus ein echter Hingucker

Mit der markanten Kamera-Öffnung ist das iPhone 7 Plus ein echter Hingucker

Das kann das neue iPhone 7

Das iPhone 7 hat sich optisch nur in Details verändert. Die Antennenstreifen rutschen an den Rand, die Kamera hat eine deutlich größere Öffnung erhalten. Beim iPhone 7 Plus ist das schon etwas anders: Hier sticht die Doppelkamera ins Auge. Eines haben aber beide Modelle gemeinsam: Der Klinkenanschluss ist verschwunden. Kopfhörer werden nun über den Lightning-Anschluss verbunden. Ein Adapter für Klinkenstecker liegt immerhin bei.

Toll: Wie die Spitzenmodelle von Samsung und die Apple Watch sind nun auch das iPhone 7 und das iPhone 7 Plus wasser- und staubdicht nach dem IP67-Standard. So können sie bis zu einer halben Stunde in einem Meter Wassertiefe eingetaucht werden.
Damit trotzdem jeder sehen kann, dass man das neue iPhone hat, gibt es das iPhone 7 jetzt in zwei neuen Farben: Das schlicht "Schwarz" getaufte Matt-Schwarz sowie "Diamantschwarz" im Klavierlack-Look.

Die schnellsten iPhones aller Zeiten

Unter der Haube hat sich aber einiges geändert. Das iPhone 7 kommt mit dem neuen A10-Fusion-Chip. Der Vierkerner soll alles bisher Gekannte in den Schatten stellen. Zwei der Kerne sind ganze 45 Prozent schneller als das iPhone 6s. Die anderen beiden sind besonders stromsparend. Eine Technik, die Android-Smartphones schon länger nutzen. Apple verspricht aber, mit Optimierung nochmal mehr rausgeholt zu haben und nennt den A10 den leistungsstärken Chip, der je in einem Smartphone verbaut wurde. Spiele sollen mit ihm etwa auf dem Niveau von Spielkonsolen laufen. Trotzdem soll der Akku länger durchhalten – beim iPhone 7 Plus sei mindestens eine Stunde mehr drin, beim kleinen iPhone 7 sogar zwei.

Der Speicher ist ebenfalls gewachsen. Nachdem Apple jahrelang am Einsteigermodell mit 16 Gigabyte festgehalten hat, hat man nun alle Speichergrößen verdoppelt. Das kleinste Modell hat nun 32 GB Speicher, dann kommen 128 GB und 256 GB. Das Modell in Diamantschwarz gibt es nur in den beiden üppigeren Speichergrößen.

Das iPhone 7 Plus ist ein Kamera-Wunder

Bei der Kamera hat Apple richtig reingehauen. Der überarbeitete 12-Megapixel-Sensor ist mit seinen extragroßen Pixeln zusammen mit dem Blitz aus vier LEDs besonders gut für Bilder bei schlechtem Licht geeignet. Ein echter Hammer ist Apple aber bei der Doppelkamera des iPhone 7 Plus gelungen: Sie hat einen echten optischen 2x-Zoom. Reicht der nicht aus, kann es dank der zwei Kameras auch beim Digitalzoom deutlich schärfere Bilder knipsen – mit bis zu zehnfacher Vergrößerung. Das kann so bislang kein anderes Smartphone. Eine weitere Nutzungsmöglichkeit der Doppelkamera: Tiefenunschärfe, die mit der von Spiegelreflexkameras mithalten kann. Die lässt sich sogar in Echtzeit in einer Vorschau ansehen. DIe Funktion wird per Software-Update nachgeliefert.

Doch was bringt das beste Bild, wenn man es auf dem Display nicht sehen kann? Schließlich drucken nur die wenigsten die Bilder auch aus. Apple hat dem iPhone 7 also auch ein neues Display spendiert. Das bietet eine deutlich bessere Farbdarstellung mit einem vielfach größeren Farbraum. Von dem soll auch iOS 10 Gebrauch machen.

Neuer Homebutton und Stereosound

Im Detail hat Apple ebenfalls Hand angelegt. Der Homebutton ist nun kein Knopf mehr, sondern einer druckempfindlichen Fläche des Displays gewichen. Damit man den Klick trotzdem spürt, hat Apple die aus der Apple Watch bekannte Taptic Engine überarbeitet. Mit neuen Stereo-Lautsprechern kann das iPhone 7 ebenfalls aufwarten.

Die Entscheidung für den Wegfall des Klinkensteckers begründet Apple mit – Mut. Man wolle etwas Neues wagen, erklärte Phil Schiller auf der Bühne. Der Platz, der dadurch frei wird, spiele ebenfalls eine Rolle. Und natürlich spielt auch der Plan eine Rolle, ganz vom Kabel wegzukommen. Dazu hat Apple die sogenannten Airpods entworfen. Mit einem eigenen W10-Chip ausgestattet sollen sie die einfachst zu nutzenden Bluetooth-Kopfhörer sein. Zusätzlich bietet Apple eine neue Reihe Beats-Kopfhörer an, die ebenfalls auf der neuen Technik basieren.

iPhone 7 Plus mit saftigem Preis

Mutig ist Apple auch bei den Preisen. Die bleiben in den USA die Gleichen wie letztes Jahr – trotz verdoppeltem Speicher. In Deutschland gilt das aber nur beim iPhone 7. Das kostet weiterhin 759 Euro für das kleinste Modell, 869 Euro für das mit 128 GB Speicher und 979 Euro für die größte Variante. Beim iPhone 7 Plus langt Apple allerdings zu: Der Einstiegspreis liegt bei 899 Euro, das mittlere Modell kostet schon saftige 1009 Euro. Wer 256 GB Speicher will, muss richtig tief in die Tasche greifen: Der Preis von 1119 Euro macht das iPhone 7 Plus mit 256 GB zum teuersten iPhone aller Zeiten.
Wer trotzdem zuschlagen will, kann das ab diesem Freitag, den 9. September, tun. Dann starten die Vorbestellungen. Ausgeliefert wird das neue iPhone 7 und iPhone 7 Plus dann ab nächstem Freitag, dem 16. September. Dann wird es auch im Laden stehen.

Apple Watch Series 2 richtet sich an Sportler

Bei der Apple Watch hat Apple ebenfalls vorgelegt: Zu den Verkaufszahlen der Apple Watch verrät man zwar weiterhin nichts, sie scheint sich aber gelohnt zu haben – sonst hätte Apple heute kaum die zweite Version vorgestellt. Die Apple Watch Series 2 hat zusätzlich zu einem schnelleren Prozessor auch noch GPS und ein Barometer bekommen. Wie das iPhone 7 ist auch die Apple Watch Series 2 nun wasserdicht, sie eignet sich also jetzt auch für Schwimmer. Mit einer Beleuchtung von 1000 Nit ist die Apple Watch 2 extrem hell, einen solchen Wert erreichen nicht mal viele Spitzenfernseher.

Das Design ist weitgehend gleich geblieben. Natürlich sind noch einmal mehr Armbänder dazugekommen. Zudem gibt es nun auch noch ein Modell mit Keramik-Gehäuse, das trotzdem leicht und stabil sein soll.

Die alte Apple Watch bleibt - als Einsteigermodell

Die alte Apple Watch hat Apple als Series 1 im Programm behalten. Sie hat ebenfalls den neuen Prozessor, kommt aber ohne Barometer und GPS – ist aber mit einem Preis von 319 Euro auch 100 Euro günstiger als die Series 2, die es ab 419 Euro gibt. In Deutschland fällt der Preissturz damit deutlich kleiner aus als in den USA: Dort kostet die günstigste Apple Watch gerade mal 269 Dollar.

Das Keramik-Modell geht dagegen ins Geld: Es kostet 1449 Euro aufwärts. Wie die iPhones ist die neuen Apple Watch ab 9. September vorbestellbar und ab 19. September beim Kunden.

Und was sind Airpods?

Auf seine Airpods getauften Bluetooth-Kopfhörer ist Apple allem Anschein nach besonders stolz. Sie sind mit wenig Aufwand mit dem iPhone gekoppelt. Dann erkennen sie, ob sie im Ohr stecken und können fünf Meter weit den Kontakt zum iPhone halten. Apple hat dafür einen eigenen Chip entwickelt, den W1. Die Akkulaufzeit ist mit fünf Stunden nicht berauschend, das mitgelieferte Case versorgt die Stöpsel aber bis zu 24 Stunden mit Strom. Sie erscheinen ab Oktober zum Preis von 179 Euro.

Einschätzung: Ein gelungener Abend - mit Beigeschmack

Mit dem heutigen Event konnte Apple viele Überraschungen bieten - obwohl zu iPhone und iPhone 7 Plus das Meiste schon bekannt war. Die Performance, die tolle Kamera und die schicken neuen Farben versöhnen etwas für den Wegfall des Klinkensteckers - für den Apple immer noch keine wirklich befriedigende Begründung geliefert hat. Auch die neue Apple Watch Series 2 kann überzeugen. Sie bügelt die meisten Schwächen des Vorgängers wie das fehlende GPS aus. Nur über eine deutlich längere Akkulaufzeit hätte man sich sicher noch gefreut.

Mit Mario auf dem iPhone und einem echten optischen Zoom konnte man trotzdem noch echte Hammer aus dem Hut zaubern. Nur die gepfefferten deutschen Preise verderben die Freude etwas. Denn wenn auf der Bühne der gleich bleibende Preis gefeiert wird, tut das wirklich etwas weh.