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Smartphones: Zu geringe Verkäufe beim iPhone XR? Apple bringt das iPhone X zurück

Die neuen iPhones scheinen sich nicht so gut zu verkaufen wie erwartet. Vor allem das iPhone XR entwickelt sich wohl zum Sorgenkind. Nun will Apple das Gerät vier Wochen nach Verkaufsstart in einem Markt rabattieren - und das alte Modell wieder ausgraben.

Unser Testmuster des iPhone XR ist sonnig-gelb.

Vom bunten iPhone XR hatte sich Apple wohl mehr erwartet

Es war eine gewagte Strategie: Mit dem iPhone XS und dem iPhone XS Max brachte Apple nicht nur die teuersten iPhones aller Zeiten auf den Markt, sondern ließ die Kunden auch noch einen ganzen Monat länger auf die günstige Alternative - das iPhone XR - warten. Jetzt häufen sich die Berichte, dass die Verkaufszahlen der drei Geräte deutlich unter den Erwartungen liegen. Und Apple scheint deshalb drastische Schritte zu planen.

Die Zeitung "Wall Street Journal" hatte bereits Anfang der Woche berichtet, dass Apple die Produktion seiner iPhones deutlich zurückgefahren habe. Vom iPhone XR soll Apple nach Einschätzung des bekannten Analysten Ming-Chi Kuo ganze 30 Prozent weniger fertigen, als zunächst geplant. Das wäre ein klares Zeichen für eine geringere Nachfrage. Nun konnte das "WJS" noch weitere Maßnahmen herausfinden. Aus Kreisen japanischer Mobilfunk-Provider will man demnach erfahren haben, dass Apple bereits nächste Woche gegenüber den Netzbetreibern deutliche Rabatte gewähren will. Tatsächlich scheint Apple schon öfter solche Preisnachlässe verhandelt zu haben, um den Verkauf in einzelnen Ländern anzukurbeln. Allerdings in der Regel deutlich später im Verkaufszyklus.

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Sonderfall Japan

"Ein solcher Preisnachlass nach nur vier Wochen  ist selten, nicht nur bei Apple, sondern bei Smartphone-Herstellern allgemein", zeigte sich ein hochrangiger Manager eines japanischen Mobilfunk-Konzerns gegenüber der Zeitung verblüfft. Wie hoch die Rabatte ausfallen sollen, ist nicht bekannt. Apple hat in Japan einen Marktanteil von fast 50 Prozent, die meisten Kunden kaufen die Geräte über einen Vertrag mit ihrem Provider. Dabei scheinen die Kunden aber auch öfter zu einem älteren iPhone zu greifen.

Einer der Gründe dafür könnte ein Fehler Apples im letzten Jahr sein. In Japan nutzen viele Menschen das Smartphone über NFC zum Bezahlen und vor allem als U-Bahn-Karte. Beim iPhone X klagten nun viele Kunden, dass dort Abbuchungen sehr regelmäßig gar nicht oder doppelt erfolgten, berichtet der Blog "At A Distance". Erst überarbeitete Modelle ab April diesen Jahres sollen das Problem nicht mehr haben. Apple äußerte sich nicht zum dem Problem, unter japanischen Nutzern soll es aber sehr bekannt gewesen sein. Das könnte eine gewisse Skepsis gegenüber den neuen Geräten erklären - zumal das weiterhin beliebte iPhone 8 wohl nie den Fehler hatte.

Ob die Rabatte auch in anderen Ländern geplant sind und wie dort die Verkaufslage ist, ist nicht bekannt. Aus der Zuliefererkette heißt es aber laut verschiedener Berichte, dass die Verkaufszahlen des iPhone XR weltweit unter den Erwartungen liegen. Einen möglichen Grund dafür nennt das "Wall Street Journal": Käufer, die gleich am Verkaufsstart zuschlagen, sind in der Regel Enthusiasten - und die dürften eher zum teureren Modell greifen. Diejenigen Kunden, die lieber zum günstigen Modell greifen, schlagen eher später zu. Als Beispiel für dieses Phänomen wird das iPhone 5c genannt. Auch bei Apples erstem günstigen Modell aus dem Jahr 2013 blieben die Verkäufe zunächst unerwartet niedrig, zogen später aber doch an.

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Kommt das iPhone X zurück?

Bemerkenswerter ist aber eigentlich noch eine weitere mögliche Folge der geringen Verkäufe: Apple soll überlegen, das iPhone X zurückzubringen. Das Vorjahresmodell war mit Vorstellung der neuen Geräte eigentlich eingestellt worden. Vermutlich, damit keine Käufe der neuen Modelle kannibalisiert werden. Dass es nun doch ein Comeback als günstigere Alternative feiern könnte, hat laut dem "WSJ" einen einfachen Grund: Apple hat bei Samsung mehr OLED-Bildschirme bestellt, als nun gebraucht werden. Mit der Neuauflage hätte man wieder eine Verwendung für sie. Konkrete Pläne, in welchen Märkten und zu welchem Preis das X zurückkehren könnte, sind aber nicht bekannt.

Quelle: "Wall Street Journal", "9to5Mac", "At A Distance"

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