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Smartphone "Ektra": Kodak will mit einem Design von 1941 die Foto-Enthusiasten zurückgewinnen

Kodak war einst Pionier der Digitalfotografie. Dann verschlief das Unternehmen die weitere Entwicklung und ging unter. Das neue Smartphone "Ektra" soll nun die Fotografen zurückerobern. 

Smartpphone Kodak Ektra

Das neue Smartphone Kodak "Ektra" 

"Share Moments. Share Life." - der alte Kodak-Slogan ist eigentlich maßgeschneidert für die Generation Social Media. Dumm nur, dass ausgerechnet Kodak - immerhin das Unternehmen, das 1987 die erste digitale Spiegelreflexkamera baute - letztlich daran zugrunde ging, dass die Digitalfotografie sein Kerngeschäft Filme zerstörte. 2013 meldete Kodak Insolvenz an und spezialisiert sich inzwischen auf Digitaldruck. Nun soll das Smartphone "Kodak Ektra" vor allem Foto-Enthusiasten begeistern und zur Marke Kodak zurückführen.

Als Vorlage und Namenspatin diente die 35-Millimeter-Kamera "Kodak Ektra" aus dem Jahr 1941. Tatsächlich finden sich einige prägnante Design-Features aus dem historischen Modell beim neuen Smartphone wieder: Die Rückseite ist im Retro-Leder-Look gehalten, die herausstehende Linse rundet die Anmutung einer Kompaktkamera ab. 

Design und Bedienung des Kodak-Smartphones zielen auf Retro-Fans

Eine Kodak Ektra von 1941

Eine Kodak "Ektra" von 1941

Die Bedienung des Android-Geräts soll die Bedürfnisse fortgeschrittener Fotografen befriedigen. So lassen sich Belichtung, Weißabgleich oder Blende manuell einstellen. Optisches Schmankerl: die Menüführung auf dem Touchscreen erinnert an die Funktionsrädchen einer Kompaktkamera. Für Video-Aufzeichnungen gibt es einen "Super 8 Video Recorder", der Aufnahmen im Retro-Look macht. Die rückseitige Kamera hat eine Auflösung von 21 Megapixel, die Frontkamera schafft 13 Megapixel. 

Das Kamera-Smartphone soll ab Anfang Dezember für 499 Euro in Europa in den Handel kommen. Produziert wird es von der Bullitt Group, die zuletzt unter der Marke des Baumaschinenproduzenten Caterpillar das Outdoor-Smartphone Cat S50 mit Wärmebildkamera produziert hat. 

Ektra-Fotos "eher nichts zum Hochladen auf Facebook"

Etwas unklar bleibt, was Kodak und Bullitt mit dem neuen Gerät genau bezwecken. Im Fokus stünden hochwertige Fotografien, sagt Bullit-Mitarbeiter Tim Shepherd  - "also nichts zum Hochladen auf Facebook". Ein Großteil der Nutzer fotografiert aber eben vor allem mit dem Smartphone, um die geschossenen Bilder hinterher im Netz oder per Messenger zu teilen - ganz im Sinne des eingangs erwähnten alten Kodak-Slogans eben. Und ob die Nische der ambitionierten Fotografen, die zugunsten eines Smartphones auf ihre SLR- oder Systemkamera verzichten bereits groß genug ist, um wirtschaftlichen Erfolg zuhaben, ist fraglich.

Klar ist stattdessen: Vor allem in den Kameras steckt bei Smartphones noch viel Entwicklungspotenzial. Kodak ist nicht die erste traditionelle Fotomarke, die darauf setzt, hier Erfolg zu haben. Erst in diesem Jahr präsentierte Leica das gemeinsam mit Huawei entwickelte P9, das als Zielgruppe ebenfalls eher Nutzer mit Foto-Leidenschaft ins Visier nimmt. 

rös