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Commodore, Grundig & Co. Große Marken auf der Resterampe

Commodore, Grundig & Co.: Große Marken auf der Resterampe
© Picture-Alliance/Commodore/Daniel Karmann/DPA
Commodore, Grundig, Kodak, Telefunken: Mit diesen Namen verbindet man ruhmvolle Jahre - und meist folgte ein jäher Absturz. Heute gibt es diese Marken immer noch, doch dahinter steckt nur noch selten der Traditionsbetrieb von damals.

Früher war alles besser. Wenn auf einem Fernseher etwa der Name Grundig prangte, konnte man davon ausgehen, dass es sich um ein Produkt "Made in Germany" handelt. Heute baut der ehemals größte Rundfunkgerätehersteller Europas seine Mittelklasse-Fernseher in der Türkei. Außer dem Namen ist nichts mehr übrig, der Glanz der alten Marke ist längst verblasst.

Ähnlich ergeht es nun Commodore: Nachdem das Unternehmen in den Achtzigern mit dem C64 und dem Amiga zur Kultmarke wurde, folgte Anfang der Neunziger der jähe Absturz. Mittlerweile wird der Traditionsname verramscht, demnächst erscheint ein Android-Smartphone mit mittelklassiger Ausstattung, auf dem der Commodore-Schriftzug prangt. Mit dem Hersteller von damals hat die Neuentwicklung nichts mehr zu tun. Vielen Computer-Fans aus den Achtzigern dürfte bei diesem Anblick das Herz bluten.

Grundig und Commodore sind nur zwei Firmen, die technische Neuentwicklungen verpasst haben und schließlich aus der Zeit fielen. Wir stellen weitere Traditionsmarken vor, bei denen sich in den vergangenen Jahren einiges geändert hat.

Kodak

Kameras, Fotopapier, rollbare Analogfilme: Kodak prägte die Fotografie in den Neunzigern wie kein anderer Hersteller. Doch mit dem Boom von Digitalkameras und schließlich Smartphones versank das Unternehmen in der Bedeutungslosigkeit. 2012 rutschte man fast in den Konkurs. Anfang des Jahres poppte der Name wieder auf - auf der Rückseite eines mittelprächtigen Android-Smartphones. Gebaut wurde es von der britischen Firma Bullit, der Markenname Kodak wird nur als Lizenznehmer verwendet. Doch vermutlich werden nicht einmal Hobbyfotografen damit ihre Freude haben, an die Kameraqualität eines iPhone 6 Plus oder Galaxy S6 reicht das Kodak IM5 nicht heran.

Bauknecht

Waschmaschinen, Geschirrspüler und Mikrowellen von Bauknecht kennt wohl jeder, in Tests erreichen die Geräte oft gute Noten. Allerdings ist dort nur noch der Name deutsch: Mittlerweile werden sämtliche Bauknecht-Geräte im Ausland gefertigt. Das Traditionsunternehmen gehört seit 1989 dem US-Konzern Whirlpool. Bis Ende des Jahres soll zudem die Entwicklungsabteilung im schwäbischen Schorndorf geschlossen werden.

AEG

Die "Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft", so lautet der vollständige Name hinter dem Kürzel AEG, war einmal einer der größten Elektronikkonzerne der Welt. Die Tradition des in Berlin gegründeten Unternehmens geht bis ins Jahr 1883 zurück. Knapp 100 Jahre später musste AEG 1982 Insolvenz anmelden, heute gehören die Rechte der schwedischen Marke Electrolux. Mittlerweile prangen die drei Buchstaben auf allem, was nicht niet- und nagelfest ist: Autoradios, DVD-Player, Ladegeräten, Telefonen, Nähmaschinen, Wasserfiltern. AEG ist hierzulande immer noch populär, die Geräte verkaufen sich gut - das Markenschild mit den drei Buchstaben wird aber meist in Polen an die Geräte geschraubt.

Telefunken

Eng verbunden mit AEG ist das Schicksal der Marke Telefunken. Beide Unternehmen fusionierten im Jahr 1967. Doch als es nicht mehr so gut lief, wurden einige Geschäftsbereiche von Telefunken erst an Thomson verscherbelt, 2005 war der Ofen dann endgültig aus. Zwar gibt es auch heute noch Fernseher mit dem Telefunken-Schriftzug, dieser stammt aber nur noch aus Lizenzgeschäften - mit dem einstigen Unternehmen haben diese Geräte nichts mehr zu tun.

Metz

Auch der traditionsreiche TV-Hersteller Metz kämpfte viele Jahre ums Überleben, im November 2014 musste das Unternehmen schließlich Insolvenz anmelden. Im Mai 2015 wurde das Unternehmen an den chinesischen Konzern Skyworth verkauft - die Zukunft ist offen.


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