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CES 2021 Zurück zum Slider: Ist das Ausroll-Display die Zukunft des Smartphones?

Das LG Rollable fährt sein Display ein und aus
Das LG Rollable fährt sein Display ein und aus
© LG / PR
Faltgeräte sind die Zukunft des Smartphones – oder doch nicht? Knapp zwei Jahre nach dem ersten Faltmodell zeigt LG nun das Aufroll-Smartphone – und verspricht, es noch dieses Jahr auf den Markt zu bringen. Die Konkurrenz ist nicht weit hinterher.

Zuerst kam die Steintafel, dann die Papyrusrolle und letztlich das Buch. Bei moderner Technik ist es nun anders herum: Nach den klassisch-glatten Scheiben von Smartphone und Tablet haben Samsung und Huawei mittlerweile die zweite Generation ihrer Smartphones mit faltbaren Displays auf dem Markt. Mit dem neuen Explorer-Projekt will LG nun den Markt aufrollen. Und das wortwörtlich.

Das schlicht LG Rollable getaufte Smartphone wurde gerade auf der Technikmesse CES gezeigt, die dieses Jahr nicht in Las Vegas, sondern nur virtuell stattfindet. In seiner Pressekonferenz zeigte der koreanische Hersteller, wie das Gerät sich aus dem Handy-Modus langsam zu einem Tablet ausfährt - während das Display eingeschaltet ist. Das Gerät wird dabei nicht wie eine Papyrus-Rolle zusammengerollt. Stattdessen schiebt sich ein Teil des Smartphones heraus und rollt dabei automatisch das erweiterte Display aus.

Das Rollable kommt noch dieses Jahr

Nachdem sich die Fachpresse zunächst uneins war, ob es sich nur um ein Konzept handelt, beendete der Konzern nun die Spekulationen. Es handelt sich um ein fertiges Smartphone, bestätigte ein Sprecher gegenüber "Asia Nikkei". "Unser Management wollte ein echtes Produkt zeigen, weil es viele Gerüchte zu rollbaren Smartphones gab", erklärte ein Sprecher demnach. "Da wir es nun auf der CES 2021 zeigen, kann ich Ihnen verraten, dass das Gerät noch dieses Jahr in den Handel kommt." Damit wäre LG der erste Hersteller, der ein ausrollbares Smartphone nicht nur als Konzept präsentiert. Neben den Koreanern hatten auch die chinesischen Konkurrenten von Oppo im Herbst erstmal ein Rollkonzept gezeigt, der Hersteller TCL zeigte auf der CES ebenfalls einen derartigen Prototypen.

Als Vorteile der Roll-Smartphones gegenüber den Klappmodellen dürften vor allem der geringere Platzbedarf des ausgerollten Displays sowie der Wegfall des mechanischen Klapp-Mechanismus zur Geltung kommen. Auch bei klassischen Handys hatten die sogenannten Slider wegen der höheren Stabilität die Klappgeräte ersetzt. Die größte aktuelle Schwäche der Foldables dürfte aber auch der neue Formfaktor nicht alleine beheben können: Die großen Displays bringen durch die fehlende Unterstützung der meisten Apps zur Zeit schlicht noch zu wenige Vorteile mit sich. Das kann sich aber schnell ändern, wenn sich die Bauformen durchsetzen.

LG hatte in den letzten Jahren mehrfach mit verblüffenden und gewagten Designideen überrascht. Zuletzt brachte der Konzern im Herbst das LG Wing heraus, dessen Hauptdisplay sich T-förmig nach oben klappen lässt, um dann einen zweiten, ebenfalls benutzbaren Bildschirm zu enthüllen. Das Roll-Smartphone erinnert an den von LG vor kurzem in den Handel gebrachten LG Rollable OLED TV, bei dem sich ein vollwertiger 65-Zoll-Fernseher aus einer kleinen Kiste ausrollt. Für den Mainstream-Kunden dürfte der allerdings alleine wegen des Preises von 60.000 Euro ausfallen. Ob das Ausroll-Smartphone bezahlbarer werden soll, ist aktuell noch nicht offiziell bekannt. In der Gerüchteküche wird aber ein Preis ab 2000 Euro gehandelt. 

Quelle:Asia Nikkei


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