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Mobilfunk: Handyqualität wird immer schlechter

Handy-Hersteller scheinen immer weniger auf die Qualität der Geräte Wert zu legen. Ob Software, Akku oder Display: immer mehr Handys erleiden einen "Infarkt".

Handy-Hersteller scheinen immer weniger auf die Qualität der Geräte Wert zu legen. Das geht aus einer Umfrage des Telekommunikationsmagazins "connect" hervor. Rund 14.000 Leser gaben Auskunft über die Zuverlässigkeit ihrer Handys.

Zahl der Handy-Infarkte nimmt zu

Trauriges Ergebnis des Pannenreports: 27 Prozent der Teilnehmer meldeten den Totalausfall ihres Mobiltelefons, wobei die Zahl der Handy-Infarkte stetig zunahm: 2001 waren es noch 14 Prozent, 2002 schon 21 Prozent. Deutlich wird auch im Jahr 2003 wieder eine Verbindung zwischen Nutzungsintensität und Funktionen: Stark strapazierte, mit vielen Features ausgestattete Business-Handys gehen öfter kaputt als selten genutzte Prepaid-Handys.

Siemens steht im Ranking an der Spitze

Im Gesamtranking der fünf Handy-Hersteller Siemens, Nokia, Motorola, Sony Ericsson und Alcatel unter den Gesichtspunkten Zuverlässigkeit, Austauschservice und Reparaturdauer, setzt sich Siemens deutlich an die Spitze: Besonders in Sachen Kundenservice gibt es kaum noch Verbesserungspotenzial. In 71,4 Prozent der Fälle erhielten die Befragten ein Leih- oder Tauschgerät oder die Reparatur erfolgte binnen 24 Stunden.

Unter den Geräten zeigte das Siemens C45 am wenigsten Schwächen. Auf Platz zwei im Gesamtranking wählten die Befragten Nokia, vor Motorola und Sony Ericsson. Die Handys von Alcatel (Platz fünf im Gesamtranking) erwiesen sich als die störungsanfälligsten: 44 Prozent aller von den Teilnehmern genutzten Alcatel-Handys streikten, obwohl sie deutlich seltener benutzt wurden als der Durchschnitt aller Geräte.

Software ist Knackpunkt

Am anfälligsten ist für Fehler ist, nach Angaben der Befragten, die Software. 40 Prozent gaben an, das sei der größte Schwachpunkt bei den Handys. 19 Prozent der Befragten nannten Mängel im Display, 15 Prozent sonstige Elektronikfehler. Bei neun Prozent der Umfrage-Teilnehmer funktionierte die Tastatur bzw. der Empfang nicht einwandfrei. Das Gehäuse und der Akku gingen bei acht Prozent der befragten Handynutzer kaputt.

Kundenservice lässt zu wünschen übrig

Der Kundenservice laässt im Falle eines Defekts zu wünschen übrig: So mussten die Kunden im Reparaturfall im Schnitt elf bis 14 Tage auf ihr Handy warten. Immerhin wurde jedem Dritten bis Vierten (36,6 Prozent) ein neues Gerät gegeben, wenn sich der Defekt nicht beheben ließ. Bei 70 Prozent aller Geräte wurde die Reparatur als Garantiefall behandelt. Ingesamt jeder zehnte Handybesitzer bezahlte für die Behebung von Defekten im Schnitt 67 Euro: angesichts der Preise von Prepaid-Handys oder Neugeräten ein stolzer Preis, urteilt "connect".

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