HOME

Mobilfunk: Runter mit den Subventionen bei Handys

Ein extrem günstiger Handypreis war bisher gängiges Mittel, Kunden zum Abschluss eines Mobilfunkvertrages zu bewegen. Langsam wollen die Anbieter die Spendierhosen ausziehen - und kündigen weitere Reduzierungen der Handy-Subventionen an.

Die vier deutschen Mobilfunkbetreiber wollen die bislang üblichen Vergünstigungen für Handys weiter senken und damit ihre Gewinnmargen verbessern. Die vier Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone D2, E-Plus und O2 kündigten an, ihre bisherige Subventionspraxis überprüfen zu wollen. Dadurch könnten sowohl für Neukunden als auch für Bestandskunden die Preise für neue Mobiltelefone steigen.

Umgarnt werden Vieltelefonierer

Den Startschuss für den abermaligen Vorstoß zum Abbau der gewährten Vergünstigungen gab Marktführer T-Mobile. "Hohe Subventionen machen Sinn, wenn man die Marktpenetration nach oben bringen will", sagte ein Sprecher von T-Mobile. Die Marktdurchdringung sei jedoch mittlerweile so hoch, dass man sich auf Kunden mit hohen Umsätzen konzentriere. Daher werde der Abbau von Handy-Subventionen noch einmal forciert, fügte der Sprecher hinzu. Die übrigen Netzbetreiber begrüßten den Vorstoß.

Subventionen belasten Ergebnisse

Derzeit geben die Mobilfunkbetreiber in Deutschland 200 Euro und mehr aus, um einen neuen Kunden zu gewinnen oder einen Bestandskunden zu halten. Neben den administrativen Kosten umfasst diese Summe vor allem Rabatte auf Mobiltelefone, die an die Kunden mit Abschlägen gegenüber dem Einkaufspreis abgegeben werden. Durch eine Senkung dieser Handy-Subventionen könnten Kosten gespart werden, die die Ergebnisse aller Anbieter belasten.

Vodafone D2 schloss sich der Absichtserklärung von T-Mobile umgehend an. "Die Idee, die Subventionen zu senken, bewerten wir positiv", sagte ein Vodafone-Sprecher. "Die Subventionen für Handys sind derzeit zu hoch." Konkrete Planungen wollte er jedoch nicht nennen. "Wir beobachten den Markt", sagte er.

Auch E-Plus zeigte sich offen für geringere Handy-Rabatte. "Im Grundsatz unterstützen wir das, um die Margen zu verbessern", sagte eine Sprecherin. "Als Nummer drei im Markt werden wir den großen Anbietern folgen", fügte sie hinzu. Ein Sprecher des kleinsten Netzbetreibers in Deutschland, O2, sagte: "Die Kürzung der Handy-Subventionen ist immer ein guter Schritt."

Bei Kürzungen drohen Marktanteilsverluste

In der Vergangenheit hatte es in der Mobilfunkbranche immer wieder Bemühungen gegeben, die Kunden-Rabatte zu senken. Vorstöße einzelner Anbieter verliefen jedoch zum Teil im Sand, da geringere Vergünstigungen für Handys dazu führen können, dass Bestands- und potenzielle Neukunden sich für einen anderen Anbieter entscheiden. Dieses Risiko kalkuliert beispielsweise T-Mobile ein. Ein Abbau der Subventionen könne in letzter Konsequenz auch Verluste von Marktanteilen bedeuten, räumte der T-Mobile-Sprecher ein. Damit könnte das erklärte Ziel in Gefahr geraten, die Marktführerschaft gegen Vodafone zu verteidigen.

Allerdings verfügt T-Mobile derzeit noch über einen deutlichen Vorsprung bei den Kundenzahlen und kann daher Marktanteile an die Konkurrenten abgeben, ohne unmittelbar seine Marktführerschaft zu gefährden. T-Mobile zählte Ende Juni 27,1 Millionen Mobilfunkkunden, Vodafone D2 25,5 Millionen Nutzer. Damit kontrollieren die beiden Branchengrößen knapp 80 Prozent des deutschen Marktes. Die übrigen 20 Prozent der Kunden nutzen die Netze von E-Plus und O2. Mittlerweile haben in Deutschland rund 67,5 Millionen Menschen ein Handy, das sind über 80 Prozent der Bevölkerung.

Reuters / Reuters