Mobilfunktarife Simyo bleibt auf dem Markt


Die E-Plus-Tochter Simyo bietet Handy-Telefonieren zum Billigtarif an. Ihr Konkurrent Mobilcom fühlte sich von E-Plus benachteiligt und beantragte eine Einstweilige Verfügung gegen die Vermarktung von Simyo - und gab jetzt klein bei.

Der Mobilfunkanbieter E-Plus und der Serviceprovider Mobilcom haben ihren Streit wegen der E-Plus-Billigmarke Simyo beigelegt. "Wir haben jetzt von E-Plus ein wesentlich verbessertes Angebot erhalten, das eine gute Verhandlungsgrundlage ist", sagte ein Mobilcom-Sprecher am Freitag in Büdelsdorf. E-Plus räume nun den Service-Providern vergleichbare Konditionen wie der eigenen Marke Simyo ein.

Als erstes Unternehmen in Deutschland bietet die Simyo GmbH, an der E-Plus mit 90 Prozent beteiligt ist, Sim-Karten über das Internet an, die in jedes Handy eingesetzt werden können. Der einheitliche Tarif erlaubt rund um die Uhr in alle Netze Gespräche für 19 Cent die Minute. Simyo liefert jedoch keine Mobiltelefone und bietet auch nur einen eingeschränkten Service. Mit dem Einheitstarif attackiert E-Plus das Prepaid-Angebot von O2 und Tchibo, die Minutenpreise von 35 Cent anbieten, sowie von Payback und Vodafone, die 29 Cent verlangen, allerdings mit einer vertraglichen Bindung und einem Mindestumsatz.

Vermarktungsstopp beantragt

Nach Ansicht von Mobilcom hatte E-Plus der eigenen Billigmarke günstigere Konditionen als den Zwischenhändlern von Handy-Verträgen geboten. Deswegen hatte Mobilcom per Einstweiliger Verfügung einen Vermarktungsstopp beantragt. Jetzt hat der Serviceprovider den Antrag zurückgezogen. "Da zahlreiche unserer Forderungen berücksichtigt sind, haben wir uns entschlossen, die Angelegenheit vor Gericht für erledigt zu erklären", sagte ein Mobilcom-Sprecher.

Mit der Initiative habe Mobilcom dazu beigetragen, "dass günstige Tarife für alle Kunden möglich sind. Wir haben viel erreicht und den Wettbewerb im Sinne der Kunden gestärkt". Von E-Plus war vorerst keine Stellungnahme erhältlich. Ein mit anderen Service-Providern angestrengtes Verfahren bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post werde Mobilcom allerdings fortsetzen, um auch für die Zukunft zu verhindern, dass Service-Provider schlechter gestellt würden als Tochtergesellschaften von Netzbetreibern.

DPA/Reuters DPA Reuters

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