HOME

Internet-Gebühren: So surfen Sie günstig mobil

Das Internet hat die Arbeitszimmer verlassen und macht sich auch unterwegs breit. Doch wo kein kostenloses Wlan für iPad, Laptop, Smartphone oder Netbook zur Verfügung steht, muss ein Datentarif vom Mobilfunkanbieter her. stern.de führt durch den Tarifdschungel

Von Gerd Blank

Immer und überall das Internet dabei zu haben, klingt toll. Doch den mobilen Surfspaß gibt es meistens nicht umsonst. Wer per Smartphone und iPad im Web unterwegs sein möchte, braucht einen speziellen Datentarif von einem Mobilfunkanbieter. Es gibt Abrechungsmodelle im Minutentakt, per Datenmenge und Flatrate-Pakete für fast unbegrenzten Internetzugang. Wer lediglich seine E-Mails checken will, braucht keine Datenflatrate. Wer aber viele Online-Videos schaut und auch sonst ständig im Web unterwegs ist, wird wiederum mit einem Minutentarif nicht glücklich, sondern arm. Etwa drei Megabyte ist ein durchschnittlicher MP3-Song in guter Qualität groß. Wer mit Smartphone oder Computer ohne speziellen Datentarif unterwegs Musik lädt, zahlt zu den Kosten für den Song auch noch für die Übertragung der Datei. Das kann teuer werden, bei Filmen oder Online-Spielen noch viel teurer.

Die großen Mobilfunkunternehmen, aber auch kleine Prepaid-Anbieter, haben spezielle Datentarife im Angebot. Teilweise können diese zu bestehenden Verträgen hinzugebucht werden, andere können unabhängig zu einer bestehenden Handy-Sim-Karte abgeschlossen werden.

Auch mit dem richtigen Datentarif können Kostenfallen bei der mobilen Nutzung lauern. Wer mit einem Smartphone surft, bekommt meist für das kleine Display optimierte Webseiten angezeigt, die weniger Daten verbrauchen. Nutzt man die Sim-Karte für das Surfen mit dem Laptop, erhält man die Webseiten in voller Pracht. Wer keine Flatrate nutzt, kommt so schnell an die Grenzen der Inklusiv-Megabyte.

Die meisten Datentarife gelten außerdem nur, wenn in Deutschland mobil gesurft wird. Das Datenroaming wird extra berechnet und kann schon beim Checken der E-Mails und beim Abruf der Wetterdaten zu hohen Kosten führen.

stern.de hat sich die wichtigsten aktuellen Angebote angeschaut (Stand Mai 2010) und verrät, was das mobile Surfen wo kostet.

Telekom Deutschland

Die Telekom bietet verschiedene Mobiltarife an. Wer sich nicht scheut, einen Vertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten abzuschließen, hat bei "web'n'walk" zwei Optionen. Für 19,95 Euro im Monat erhalten Kunden die Möglichkeit, bis zu 300 Megabyte Datenvolumen zu verbrauchen. Wer sich jeden Tag online einen Song kauft und Videos anschaut, hat dieses Volume schnell ausgeschöpft. Wer mehr als 300 MB verbraucht, bezahlt jedes weitere Megabyte mit jeweils 49 Cent. Der unbegrenzte Surfspaß kostet 34,95 Euro im Monat. Wer allerdings fünf Gigabyte Datenvolumen im Monat erreicht, darf nicht mehr mit der höchstmöglichen Geschwindigkeit im Netz surfen, sondern wird automatisch auf 64 kbit/s heruntergestuft - das entspricht der ISDN-Geschwindigkeit.

Wer nur ab und zu und nicht täglich unterwegs per Smartphone oder iPad ins Netz geht, braucht sich nicht per Laufzeitvertrag an ein Unternehmen binden. Auch T-Mobile hat mit "Xtra web'n'walk DayFlat" einen eigenen Prepaid-Tarif im Angebot. Für 4,95 Euro pro Kalendertag können Nutzer unbegrenzt Surfen, Musik herunterladen oder Videos anschauen. Wer pro Monat ein Gigabyte Daten verbraucht wird auf 384 kbit/s, und bei zwei Gigabyte auf 64 kbit/s heruntergestuft. Für die Sim-Karte müssen Kunden einmalig zehn Euro bezahlen, die allerdings komplett als Startguthaben eingesetzt werden können.

Mehr Infos zu den T-Mobile-Datentarifen

Vodafone

Bei Vodafone hat der Kunde die Qual der Wahl und muss viel über sein eigenes Nutzungsverhalten wissen, um den bestmöglichen Tarif zu finden. Auf der Homepage des Anbieters werden sechs verschiedene Datentarife mit teilweise unterschiedlichen Ausbaustufen angeboten. Im Tarif "Mobile Connect" bekommt man im Tarif "L" bei einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren für 19,95 Euro im Monat 300 MB "Datenguthaben". Wer mehr Daten benötigt, zahlt für jedes weitere Megabyte 49 Cent. Bestandskunden, die "Mobile Connect" lediglich dazu gebucht haben, zahlen maximal 19,95 Euro für jede weiteren 300 MB. Vielsurfer sind möglicherweise mit der Tarifoption Flatrate besser bedient, hier sind pro Monat 34,95 Euro fällig. Wer mehr als fünf Gigabyte verbraucht, wird von 7,2 Mbit/s auf 64 Kbit/s heruntergestuft.

Die weiteren Tarife heißen "WebSessions", "Zuhause im Web", "E-MailConnect", "WebConnect Volume PDA" und "Datennutzung by Call". Für Nutzer von Notebooks könnten die WebSessions interessant sein, denn hier haben Kunden die Möglichkeit, spezielle Zeitfenster zu kaufen. Die Bandbreite reicht von 15 Minuten für 0,49 Cent über 24 Stunden für 3,95 Euro bis zu sieben Tagen für 12,95 Euro. Wer den Dienst gar einen Monat nutzen möchte, zahlt 39,95 Euro.

Mehr Infos zu den Vodafone-Datentarifen

E-Plus / Base

Bestandskunden von E-Plus haben es einfach: Wer einen Laufzeitvertrag beim Mobilfunkprovider abgeschlossen hat, kann für sein Smartphone die "Handy Internet-Flat Option" für zehn Euro dazubuchen. Allerdings wird die Bandbreite der Datenübertragung bereits nach 250 Megabyte auf das GPRS-Tempo von 56 kbit/s gekappt. Wer per Notebook ins Internet will, sollte die "Laptop Internet Flat-Option" buchen, die es für 20 Euro im Monat gibt. Hier wird das Tempo erst ab fünf Gigabyte Datennutzung auf GPRS-Geschwindigkeit reduziert.

Wer nicht per E-Plus telefoniert, kann dennoch für zehn Euro bzw. 20 Euro im Monat mit dem Unternehmen surfen. Die E-Plus-Marke Base bietet die Möglichkeit, sich die eigenen Wunschtarife zusammenzustellen. Zum Standardtarif "Mein Base", der für mindestens 24 Monate abgeschlossen wird, müssen lediglich die gewünschten Optionen hinzugebucht werden. Auch hier gilt: Nach 250 Megabyte (bei der Internet Handy Flat) oder fünf Gigabyte Datenverbrauch (Internet Laptop Flat) wird die Surfgeschwindigkeit gekappt. Wer nur unregelmäßig mobil surft, könnte sich für die "Laptop Tages-Flat" interessieren. Für drei Euro je Kalendertag können Nutzer unbegrenzt surfen. Der Einrichtungspreis beträgt 19,90 Euro, darin enthalten sind drei Surftage. Auch hier wird die Geschwindigkeit ab 250 Megabyte im Monat auf 56 kbit/s reduziert.

Mehr Infos zu den E-Plus-Datentarifen

O2

Gleich drei Tarife für das iPad , aber natürlich auch für andere mobile Surfstationen, hat O2 unter dem Namen Blue im Angebot. Alle drei Tarife bieten ein unbegrenztes Datenvolumen und eine Datengeschwindigkeit von bis zu 7,2 Mbit/s. Für zehn Euro gibt es die Variante "Blue S". Wer mehr als 200 Megabyte Daten überträgt, wird auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt. In der Variante "M" für 15 Euro wird erst bei einem Gigabyte reduziert. Und für 25 Euro können Kunden bis zu fünf Gigabyte Daten verbrauchen, bis das Tempo gedrosselt wird. Bei allen Varianten gibt es keine Vertragsbindung, die Tarife können zum Monatsende gekündigt werden.

Wer statt iPad lieber per Notebook surfen möchte, könnte sich für den Surfstick interessieren, den O2 für 29,99 Euro anbietet (Stand Mai 2010). Im Kaufpreis sind fünf Tage "Internet Dayflat" enthalten. Diese Tagesflatrate kostet 3,50 Euro pro Kalendertag. Wer im Monat mehr als ein Gigabyte verbraucht, wird auf 64 kbit/s gedrosselt. Wer wenig, aber regelmäßig surft, ist möglicherweise mit der "Standardabrechnung" gut bedient, die mit 0,09 Euro je Minute zu Buche schlagen. Für 25 Euro im Monat gibt es das "Internet-Pack-L". Damit lässt sich unbegrenzt surfen, erst bei einem Verbrauch von fünf Gigabyte wird das Tempo von 7,2 MBit/s auf GPRS-Tempo gedrosselt.

Mehr Infos zu den O2-Datentarifen

Prepaid-Anbieter

Blau
Beim Telefonieren zahlen Blau-Kunden ohne monatliche Fixkosten 9 Cent pro Minute und SMS. Wer mit der Sim-Karte auch noch mobil surfen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Das 100 MB-Datenpaket kostet 3,90 Euro und kann innerhalb von 30 Tagen verbraucht werden. Jedes weitere Megabyte innerhalb der Buchungsdauer kostet 24 Cent. Das 1-GB-Datenpaket gibt es für 9,90 Euro. Wer innerhalb von 30 Tagen ohne Begrenzung surfen möchte, kann zur Daten-Flatrate für 19,80 Euro greifen. Die Tagesflatrate gibt es wiederum für 2,40 Euro und gilt für 24 Stunden.

Mehr Infos zu den Blau-Datentarifen

Simyo

Auch bei Simyo kosten Gesprächsminuten und SMS ohne monatliche Fixkosten 9 Cent. Für 9,90 Euro lässt sich für 30 Tage die Tarifoption Daten-1GB dazu buchen. Auch iPad-Kunden können diese Option nutzen, da Simyo auch die spezielle Micro-Sim-karte anbietet. Neukunden zahlen 14,90 Euro für die Karte inklusive der Tarifoption Daten-1GB mit fünf Euro Startguthaben. Bei Überschreitung des Gigabytes werden 24 Cent für jedes weitere Megabyte fällig.

Mehr Infos zu den Symio-Datentarifen

Fonic

Ebenfalls zu 9 Cent gibt es bei Fonic die Gesprächsminute und die SMS ohne monatliche Fixkosten. Für mobile Surfer bietet das Unternehmen Internet-Tagesflatrates für 2,50 Euro je Nutzungstag (0:00 bis 24 Uhr) an. Beim Angebot gibt es eine maximale Obergrenze von 25 Euro, also fallen ab dem 11. Tag keine weiteren Gebühren an. Nutzer können mit 3,6 Mbit/s im Internet surfen. Ab einer Datennutzung über 500 MB pro Tag, bzw. fünf GB pro Monat wird die Bandbreite auf GPRS-Geschwindigkeit reduziert.

Mehr Infos zu den Fonic-Datentarifen

Congstar

Bei Congstar gibt es für 39,99 Euro einen Surfstick für PC und Mac. Damit lässt sich die Internet-Tagesflatrate für 2,49 Euro pro Kalendertag nutzen. Ab 500 Megabyte Datenvolumen wird die Bandbreite am jeweiligen Tag auf GPRS-Tempo gedrosselt. Was Congstar nicht ausdrücklich bewirbt, wird durch einen Blick auf die Tarifdetails deutlich. Die Sim-Karte kann auch zum Telefonieren genutzt werden: Für 9 Cent in der Minute lassen sich alle Netze erreichen.

Mehr Infos zu den Congstar-Datentarifen

Tarifvergleiche im Web

Da sich die Tarife bei den Mobilfunkanbieter häufig ändern, lohnt es sich vor dem Abschluss eines Vertrages, im Internet nach den günstigsten Datenoptionen zu suchen. Einige Webseiten haben sich auf Tarifvergleich spezialisiert. Hier eine Auswahl:

www.teltarif.de
www.umtsdatentarife.de
www.mobiles-internet-surfen.de
www.internettarifvergleich.net

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.