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Mobiles Internet: Schluss mit Highspeed für Jedermann: E-Plus bremst seine Kunden aus

Volle Internet-Geschwindigkeit für alle Tarife versprach E-Plus, jetzt tritt die Telefónica-Tochter mächtig auf die Bremse. Auch Kunden von Simyo, Aldi-Talk und Co. schauen jetzt in die Röhre.

E-Plus Drosselung Highspeed für jedermann LTE

Mit "Highspeed für Jedermann" warb E-Plus jahrelang. Nun läuft die Aktion aus

Mit Datenturbo auf dem Smartphone durchs mobile Netz zu heizen war für Kunden von E-Plus seit Jahren Normalität. Sie konnten völlig unabhängig von ihrem Tarif immer die schnellste Verbindung nutzen, die gerade zur Verfügung stand. Bis zu 50 Mbit die Sekunde waren so drin. Nun ist damit Schluss. Zum 30. Juni endet die "Highspeed für Jedermann"-Aktion, alle Kunden werden dann auf die gebuchte Geschwindigkeit in ihrem Tarif heruntergeschraubt.

Damit werden sie zum Teil heftig ausgebremst. Wollen sie wieder schneller auf das Internet zugreifen, bleibt ihnen nur, den Tarif zu wechseln oder eine Highspeed-Option dazuzubuchen. Eine Variante ohne Mehrkosten gibt es nicht. Für die meisten Kunden ist das ein Schlag ins Gesicht. Vor allem für diejenigen, die ihren Tarif erst in den letzten beiden Jahren gebucht haben - sie mussten sich noch nie mit der langsameren Verbindung herumschlagen, die der Vertrag ihnen eigentlich zugesteht.

E-Plus bremst auch Simyo und Co. aus

Auch Kunden von Drittanbietern werden nun Opfer der Datenbremse. Günstige Anbieter wie Aldi-Talk, Simyo und Co. betreiben keine eigenen Netze, sondern mieten sie von den drei großen Netzbetreibern. Viele von ihnen nutzen das E-Plus-Netz und profitierten ebenfalls von der kostenlosen Speed-Option - und werden nun genauso gedrosselt.

Seit Dezember 2013 läuft die Aktion, E-Plus hatte sie immer wieder verlängert. Zuletzt wurde im Dezember 2015 angekündigt, die Aktion noch einmal bis zum 30. Juni zu verlängern. Es wird das letzte Mal gewesen sein, das bestätigte Telefónica gegenüber "Teltarif". Die O2-Mutter hatte letzten Herbst auch E-Plus übernommen und sich entschieden, die Aktion auslaufen zu lassen.

LTE bleibt wohl erhalten

Ungeklärt ist bislang die Frage, ob Nutzer, die laut Vertrag nur das UMTS-Netz nutzen dürfen, nun auch wieder auf das technisch überlegene LTE verzichten müssen. Gegenüber "Teltarif" betonte der Pressesprecher, es habe sich um eine "technologieunabhängige Aktion" gehandelt. Die Experten ziehen daraus den Schluss, die Nutzer dürften auch in Zukunft im LTE-Netz surfen.

Ein junger Mann sitzt auf Klo mit iPad in der Hand.
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