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Abzocke mit Datenvolumen: Die neue Kostenfalle von O2

O2 führt im Februar neue Tarife ein - und dort lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte. Denn wer beim Surfen nicht aufpasst, zahlt ordentlich drauf.

Von Christoph Fröhlich

Jeder zweite Deutsche hat mittlerweile ein Smartphone. Wenig überraschend ist es daher, dass die meisten Nutzer auch unterwegs im Internet surfen wollen. Doch wer auf der Suche nach einem neuen Mobilfunkvertrag ist, sollte unbedingt das Kleingedruckte lesen: Der Netzanbieter O2 wird Anfang Februar seine Konditionen ändern - und nicht von allen Neuerungen profitiert der Kunde.

Die neuen O2 Blue All-in Tarife gelten ab 3. Februar. Die größte Neuerung: Erstmals profitieren alle Kunden vom schnellen LTE-Netz, sofern man das passende Smartphone hat. Selbst im kleinsten Tarif O2 Blue All-in S für 19,99 Euro im Monat surft man mit bis zu 21,1 Mbit/s. Ab dem L-Tarif (39,99 Euro) erhöht sich das Tempo sogar auf 50 Mbit/s.

Kostenfalle Daten-Snack

Doch mit den neuen Angeboten führt O2 auch die umstrittene Datenautomatik ein. Was bedeutet das? Bislang waren alle Tarife mit einer Internetflatrate ausgestattet, man konnte also rund um die Uhr surfen - nach Überschreiten eines bestimmten Datenvolumens nur nicht mehr mit der vollen Geschwindigkeit.

Die neuen Blue-Tarife von o2 enthalten nun ein festes Datenvolumen, dieses beträgt je nach Tarif zwischen 200 (19,99 Euro) und 10.000 Megabyte (79,99 Euro). Wird das festgelegte Datenvolumen überschritten, drosselt O2 nicht wie üblich die Surfgeschwindigkeit auf Schneckentempo, sondern bucht automatisch weiteres Datenvolumen dazu - selbstverständlich kostenpflichtig.

Das zusätzliche Datenvolumen - O2 nennt es schönfärberisch "Datensnacks" - ist kein Schnäppchen: Für 100 Megabyte, so groß ist ein längeres Youtube-Filmchen, werden satte 2 Euro berechnet. Das Zusatzvolumen kann bis zu dreimal im Monat gebucht werden. 300 MB kosten dann also sechs Euro. Wer die Datenautomatik nicht haben möchte, muss sie aktiv abbestellen, etwa bei der Hotline des Mobilfunkanbieters.

Das sind die All-in-Tarife

Das sind die All-in-Tarife

Die Datengrenze nicht zu oft ausreizen

Doch es wird noch dreister: Wer drei Monate hintereinander nachbucht, bekommt von O2 automatisch ein höheres Inklusivvolumen für seinen Grundtarif verpasst - gegen ein Entgelt von 5 Euro monatlich, versteht sich. Überschreitet man also ständig die 200 MB vom kleinsten Datentarif, zahlt man ab dem vierten Monat für zusätzliche 500 MB 5 Euro mehr im Monat - immerhin ein Viertel der monatlichen Kosten. Ab dem All-in L für 39,99 Euro im Monat erhöht sich das Zusatzvolumen auf 1000 MB (1 GB) für 5 Euro. Allzu oft sollte man die Datengrenze daher nicht ausreizen. Zwar kann auch das Upgrade jederzeit gekündigt werden, doch bei manchem Kunden dürfte die Automatik Kosten verursachen, obwohl das Zusatzvolumen nicht benutzt wird.

Die Idee der Datenautomatik ist nicht neu: Bereits im vergangenen jahr sorgte E-Plus mit neuen Base-Tarifen für Schlagzeilen. Verbraucherschützer hatten die neue Tarifpolitik scharf angeprangert - mit Erfolg: Nach nur zwei Monaten musste die E-Plus-Tochter Base zurückrudern.

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