HOME

Nintendo Switch Online: Nintendo bringt die peinlichste App des Jahres heraus

Mit der Switch ist Nintendo endlich mal wieder eine richtig tolle Konsole gelungen. Leider fehlte ein entscheidendes Feature. Das hat Nintendo nun per App nachgereicht - und die Nutzer sind entsetzt.

Nach der geflopten Wii U war die Freude der Nintendo-Fans groß, als mit der Switch mal wieder ein echter Hit gelang. Auch in unserem Test waren wir sehr angetan. Nur der Multiplayer wollte dank fehlendem Sprachchat nicht so recht Spaß machen. Den hat Nintendo nun per App nachgereicht - und dabei einfach alles falsch gemacht.

Die nicht besonders gut durchdachte Idee, den Spielchat von der Konsole auf das Smartphone umzulegen, sorgte schon bei der Ankündigung für Häme. Alle Konkurrenten bieten die Dienste direkt auf der Konsole an. Das macht auch Sinn: Schließlich richten sich Spielkonsolen auch explizit an Kinder - und die haben längst nicht alle ein Smartphone. Jetzt zeigt sich: Auch bei der Umsetzung hat Nintendo gepatzt, wo es nur ging.


Aus den Augen, aus dem Chat

Das beginnt schon beim extrem umständlichen Start einer Chat-Session. Dazu muss man im Spiel eine Lobby eröffnen, in die man dann die anderen Spieler einlädt - um dann auf dem Smartphone einen Sprach- oder Textchat starten zu können. Solche Lobbys unterstützt aktuell nur das Spiel "Splatoon 2", das morgen in den Handel kommt. Sprachchats sind auf der Switch also ein umständliches und sehr exklusives Vergnügen.

Wirklich Spaß macht der Chat ohnehin nicht. Damit er funktioniert, muss die App dauerhaft im Vordergrund laufen. Kommt ein Anruf oder eine SMS, fliegt man aus dem Gespräch und muss neu eingeladen werden. Als wäre das nicht absurd genug, muss auch das Display die ganze Zeit eingeschaltet sein. Sobald sich der Ruhemodus einschaltet, ist auch der Chat tot. So wird der Akku völlig sinnlos ausgelutscht. Jeder andere Messenger und Voice-over-IP-Dienst wie Whatsapp oder Skype läuft auch mit abgeschaltetem Display. 

Hätte Nintendo doch lieber kopiert

Mit einem einzigen Feature hätte Nintendo die App vielleicht noch retten können: Wenn der Spielsound ebenfalls aus dem Smartphone käme, könnte man immerhin über einen Kopfhörer Spiel und Gespräch gleichzeitig lauschen. Doch selbst das bietet Nintendo Switch Online nicht. Man muss sich also entscheiden, ob man den Sprachchat über die Lautsprecher laufen lässt - oder auf mindestens einem Ohr die Spielgeräusche nicht mehr hört. Wer beides über Kopfhörer haben möchte, ist noch schlechter dran - und muss Switch und Smartphone per Adapter verbinden.

Warum Nintendo diese skurrilen Entscheidungen traf, ist nicht bekannt. Vielleicht handelt es sich bei der Auslagerung auf das Smartphone um eine Notlösung, weil man bei den Joycons keine Klinkenbuchse verbauen konnte, wie sie in den aktuellen Controllern für Xbox und Playstation vorhanden ist. Die umständliche Einrichtung von Chats und die miese Umsetzung der App erklärt das aber nicht.

Am Kunden vorbei entwickelt

Im jetzigen Zustand ist die Switch-App völlig sinnlos. Anders als etwa das Pendant der Playstation 4 bietet sie keinerlei nützliche Zusatzfeatures wie das Verwalten der Freundesliste oder Zugriff auf den Spiele-Shop. Das einzige Feature setzt sie dann auch noch schlechter um als jeder x-beliebige Messenger. Nintendo hat konsequent am Kunden vorbei entwickelt - mal wieder. Da kann man sich den Download getrost sparen. Schade, Nintendo.