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Dabei hatte er den richtigen Vertrag "Ich war schockiert": O2-Fehler kostet Kunde fast 30.000 Euro

Ein teurer technischer Fehler
Ein teurer technischer Fehler
© Markt/Sven Hoppe/DPA
Eigentlich hat Sascha K. alles richtig gemacht: Direkt vor seinem Holland-Urlaub schloss er einen Vertrag mit Auslands-Datenvolumen ab. Doch wegen einer technischen Panne wurden ihm fast 30.000 Euro abgebucht. Der Konzern reagierte nur zögerlich.

Telefonieren so lange man will, Tausende SMS, nonstop surfen - und das alles zu einem Preis. Das zumindest versprechen die Mobilfunkkonzerne in der Werbung. Das gilt aber nur, solange man sich in Deutschland befindet. Fährt man nur ein paar Kilometer hinter die Grenze (manchmal reichen je nach Funkmast sogar die letzten Kilometer im deutschen Grenzland), kann es schnell richtig teuer werden.

Die sogenannten Roaming-Kosten will die Politik schon seit Jahren abschaffen, doch bislang ist es nur ein Abschied auf Raten. In vielen aktuellen Verträgen ist etwa lediglich ein geringes Datenvolumen für die Auslandsnutzung inkludiert. Auch Sascha K. hat solch einen Vertrag extra kurz vor seiner Holland-Reise abgeschlossen, um auf Nummer sicher zu gehen. Dennoch traf ihn nach der Rückkehr aus dem Familienausflug der Schock: Auf der Rechnung standen 28.510,46 Euro.

O2 bucht ab: 6225 Euro - an nur einem Tag

"Ich war schockiert. Fast 30.000 Euro! Ich hatte diverse schlaflose Nächte. Das konnte nur ein Fehler sein, doch dann war das Geld schon abgebucht", erzählte er dem NDR-Magazin "Markt". Dabei bekam er nach der Grenzüberfahrt sogar eine SMS von O2, die ihm bestätigte, dass er ohne zusätzliche Kosten surfen könne.

Sowohl er als auch seine Frau hatten einen Tarif abgeschlossen, in dem 1 Gigabyte Datenvolumen für das Auslands-Surfen in der EU enthalten sind. "Das haben wir direkt genutzt, aber das blieb alles im Rahmen. Ein bisschen Social Media und E-Mails checken, das war's schon", erklärte K. Doch schon am Anreisetag wurden 500 Euro abgebucht, am nächsten Tag noch einmal 6225 Euro. So ging es weiter.

Knoll wendet sich an die Mitarbeiter im offiziellen O2-Forum - und bekommt am nächsten Tag Entwarnung. Er müsse nicht zahlen, eine Gutschrift wurde bereits erstellt, hieß es. Doch sechs Tage später wird das Geld trotzdem vom Konto abgebucht.

So verhält man sich bei Abbuchungsfehlern

Wie verhält man sich in so einer Situation? Birte Kannegießer, Fachanwältin für Telekommunikationsrecht, erklärt: "Der Kunde muss unbedingt sofort seine Bank aufsuchen und die Rückbuchung des Betrags veranlassen. Außerdem muss er sich zuhause hinsetzen und ausrechnen, welche Beträge in der Rechnung er denn für berechtigt hält - das sind die Grundgebühr, das sind die Gespräche, die er wirklich geführt hat, das sind SMS und MMS. Diesen Betrag muss er dann an den Mobilfunkbetreiber überweisen."

Bekommt man dafür einen Schufaeintrag? Nein, sagt die Expertin. "Den bekommt man nur dann, wenn man vom Mobilfunkanbieter zwei Mahnungen erhalten hat, zusätzlich belehrt wurde dass die Daten an die Schufa weitergegeben werden und wenn man keinen Widerspruch gegen die Rechnung einlegt." Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen O2, ihrer Meinung nach hätte der Konzern den Kunden bei solch hohen Summen sofort per SMS informieren müssen.

Grundgebühr als Entschädigung

Als "Markt" bei O2 nachhakte, gab sich der Mobilfunkanbieter schmallippig. "In diesem Fall handelt es sich um einen individuellen Buchungsfehler, den wir inzwischen korrigiert haben", heißt es auf Anfrage der Sendung. Aufgrund einer technischen Störung kam es "offensichtlich zu einer Fehlberechnung von Roaming-Verbindungen in der aktuellen Rechnung." Ob noch weitere Nutzer davon betroffen waren, bleibt unklar.

Nachdem sich "Markt" eingeschalten hatte, klärte sich das Problem. Als Entschuldigung erstattet der Konzern dem Paar zudem zwei Monatsgrundgebühren. Eine nette Geste, doch die technische Panne kostete den Familienvater jede Menge Nerven.

Hier sehen Sie den ganzen Beitrag in der NDR-Mediathek

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cf

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