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Galaxy Unpacked Drei neue Spitzensmartphones und mehr: Mit diesem Paket will Samsung den Thron zurückerobern

Die beiden Modelle des Galaxy Note 20 waren die Stars des Events
Die beiden Modelle des Galaxy Note 20 waren die Stars des Events
© Samsung / PR
Bei seinem zweiten Unpacked-Event des Jahres hat Samsung einige neue Produkte parat. Hier erfahren Sie die Highlights – und warum der Zeitpunkt für Samsung genau richtig kommt.

Es hat Tradition: Einmal im Frühjahr und einmal im Sommer lädt Samsungs Mobilfunk-Sparte zum großen Unpacked-Event. Der große Star ist jeweils das neue Smartphone-Flaggschiff. Diesmal hatte Samsung davon gleich drei im Gepäck. Zusammen mit den anderen Neuvorstellungen dürfte es der wichtigste Hebel für den Konzern sein, in der zweiten Jahreshälfte die durch die Corona-Krise entstandene Verkaufsdelle wieder glattzubügeln.

Denn das letzte Unpacked kam zur schlechtesten Zeit. Als Samsung im Frühjahr das Galaxy S20 und weitere Geräte zeigte, kam kurz darauf die Corona-Welle voll in den für den Konzern so wichtigen westlichen Märkten an. Um bis zu 30 Prozent sollen die Verkäufe laut "Canalys" eingebrochen sein. Psychologisch viel schwerwiegender: Zum ersten Mal konnte Konkurrent Huawei den koreanischen Giganten überholen. Die Neuvorstellungen sind also mit gewissen Erwartungen verknüpft.

Die neuen Stars: Galaxy Note 20 und Note 20 Ultra

Technisch können sie die durchaus erfüllen. Die wichtigsten neuen Geräte im Portfolio sind die beiden Note-Modelle. Samsungs Riesensmartphone mit Stiftbedienung bekommt mit dem Galaxy Note 20 und dem Galaxy Note 20 gleich zwei neue Ausführungen. War früher das Note das technisch potenteste Galaxy-Modell, braucht man nun schon das Ultra-Modell, wenn es das Beste vom Besten sein soll.

In der Größe unterscheiden sich beiden Geräte nur minimal: Das Note 20 bietet 6,7 Zoll Bildschirmdiagonale bei einer Auflösung von 2400 x 1080 Pixeln, beim Ultra sind es 6,9 Zoll bei 3088 x 1440 Pixel. Das AMOLED-Display ist also kaum größer, dafür aber schärfer. Und: Es lässt sich laut Samsung als erstes AMOLED-Display mit einer dynamischen Bildwiederholrate bis zu 120 Hertz betreiben. Um Strom zu sparen, passt sich die Frequenz dem dargestellten Inhalt an. 

Mehr Kamera im Ultra-Modell

Unter der Haube gehen die Unterschiede weiter. Zwar wird in beiden der gleiche, schnelle Prozessor verbaut. Schade: Die Spitzenchips von Qualcomm verbaut Samsung nur in den USA und Korea, hierzulande wird wie im Rest der Welt ein etwas langsamer Exynos-Prozessor aus Eigenproduktion eingesetzt. Der Arbeitsspeicher des Ultra ist mit 12 GB aber deutlich größer als beim einfachen Note 20, das mit 8 GB auskommen muss. Auch bei der Kamera gibt es Unterschiede – und zwar nicht zu kleine. Während das Note 20 in der (Weitwinkel-) Hauptkamera mit 12 Megapixel knipst, spendiert Samsung dem Ultra gleich 108 MP. Das bedeutet zwar nicht zwangsläufig bessere Bilder, da die Software aber dieselbe sein dürfte, hat das Ultra deutlich mehr Pixel zur Berechnung des Endergebnisses parat.

Und auch beim Zoom legt Samsung beim Ultra eine Schippe drauf. Bekommt das Note 20 nur eine einzelne Zoomlinse, steckt im Ultra wie schon beim S20 Ultra ein echtes Teleobjektiv, dass Objekte deutlich näher heranholen kann: Fünffachen optischen Zoom bietet das Ultra, mit Hybrid-Zoom dürften dafür auch bis zu zehnfach weitgehend verlustfreie Bilder drin sein. Immerhin: 8K-Videos beherrschen beide Modelle.

Die Verbesserungen des Ultra haben aber ihren Preis: Während das Note 20 mit 256 GB Speicher ab 925 Euro erhältlich sein wird (1023 Euro mit 5G), kostet die kleinste  Variante des Note 20 Ultra bereits 1266 Euro. Dafür ist aber 5G an Bord. Wer 512 GB Speicher braucht, bekommt das nur beim Ultra – und zahlt dafür dann satte 1364 Euro. Trotzdem sind die Notes günstiges als letztes Jahr: Der Einstiegspreis des Note 10 lag noch bei 949 Euro.

Dieses Selfie wurde mit einer Smartphone-Frontkamera gemacht? Nicht ganz ...

Falten, die zweite 

Weniger für die Verkaufszahlen als fürs Image dürfte Samsung sein neues Faltsmartphone Galaxy Fold 2 vorgestellt haben. Nachdem beim ersten Modell der Verkaufsstart wegen technischer Probleme kurzfristig abgesagt wurde, musste der Konzern das Gerät noch einmal komplett überarbeiten. Beim Nachfolger kann man sich nun ganz darauf konzentrieren, die vielen Kompromisse des ersten Foldables auf dem Markt auszubügeln.

Das scheint durchaus gelungen. Wie schon beim ersten Fold hat sich Samsung auch beim Fold 2 dafür entschieden, das große Display zu schützen, indem man es ins Innere zusammenklappt.  Anders als beim Vorgänger entsteht dabei aber keine merkwürdige Kante, das Gerät schließt plan ab. Auch das Außendisplay wirkt weniger wie ein Kompromiss. Das des ersten Folds bedeckte nur einen kleinen Teil des Gehäuses und war nur für kurze Benutzung gedacht. Der die gesamte Außenfläche bedeckende Bildschirm der Fold 2 wirkt dagegen wie ein vollwertiges Smartphone. Das gesamte Gerät scheint durchdachter, weniger wie eine Konzeptstudie. Ob es sich gut verkaufen wird, steht aber auf einem anderen Blatt. Den vermutlich ziemlich hohen Preis hat Samsung noch nicht verraten.

Bohnen in die Ohren

Da hat eine andere Neuvorstellung schon eher Chancen auf den Massenmarkt: Die kabellosen Kopfhörer Galaxy Buds kommen als Buds Live nun in einem ganz neuen Look. Die an Kidneybohnen erinnernde Optik wirkt zunächst etwas skurril, könnte im Ohr aber durchaus angenehm zu tragen sein. Samsung verspricht durch die verbauten 12-mm-Lautsprecher mit einem ausgelagerten Basskanal einen vollen Klang. Zudem unterstützen sie aktives Noise-Cancelling. Der Preis von 184 Euro ist da nicht günstig, aber konkurrenzfähig. Neben Silber bietet Samsung auch eine an Rosegold erinnernde Version in "Mystik Copper" an, die aus der Bohne endgültig einen Hingucker macht. Die Farbe steht auch für alle anderen neu vorgestellten Geräte zur Verfügung.

Auch bei der Smartwatch Galaxy Watch 3 setzt Samsung auf edlen Look. Die mit Edelstahl und Echtleder gefertigte Uhr unterstützt nun nicht mehr nur Fitness-Funktionen, sondern kann auch wie die Apple Watch EKGs erstellen. Damit positioniert Samsung sie als Gesundheitsgerät. Der Preis beginnt bei 418 Euro und damit deutlich niedriger als bei der Apple Watch 5. Zumal Apple zu diesem Preis nur Alumnium-Gehäuse anbietet und sich das Upgrade auf Edelstahl teuer bezahlen lässt.

Als letztes neues Gerät hat Samsung noch seine Tablets der Galaxy-Tab-S-Reihe aktualisiert. Das Galaxy Tab S7 kommt nun mit dem gerade vorgestellten Qualcomm Snapdragon 965+, dem schnellsten Chip für Android-Geräte. Die in 11 und 12,4 Zoll erhältlichen Displays bieten zudem erstmals 120 Hertz Bildwiederholrate. Zusammen mit dem verbesserten Stift S-Pen hat Samsung es hier klar auf Apples iPad Pro abgesehen. Entsprechend hoch fallen die Preise aus: Das Einsteigermodell mit 128 GB Speicher und ohne Mobilfunkverbindung kostet 681 Euro, das größte inklusive 256 GB Speicher und 5G dann sogar 1149 Euro. Immerhin ist der Stift im Preis enthalten.


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