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Neues Wundermaterial?: Japanische Forscher erfinden zufällig selbstreparierendes Glas

Studien zufolge nutzt etwa jeder Fünfte ein Smartphone mit beschädigtem Display. Das könnte bald ein Ende haben: Japanische Forscher haben ein Material entdeckt, dass sich bei Raumtemperatur selbst repariert.

Einen kurzen Moment passt man nicht auf, schon rutscht einem das Smartphone aus der Hand - und knallt krachend auf die Fliese. Bestenfalls hat das Telefon nur ein paar unschöne Schrammen, im schlimmsten Fall ist das Display zersplittert. Dann bleibt einem nichts weiter übrig, als mit der "Spider-App", wie das Phänomen umgangssprachlich genannt wird, zu leben - oder das Telefon reparieren zu lassen.

In ein paar Jahren könnte sich das aber erledigt haben. Japanische Forscher der Universität Tokio haben nun einen neuen Glas-Typ entwickelt, der angeblich Kratzer und Sprünge selbst heilen kann. Die Forschungsergebnisse wurden im "Science Mag" veröffentlicht.

Reparatur bei Raumtemperatur

Das neuartige Glas besteht aus einem semitransparenten Polymer namens "polyether-thioureas". Der Clou: Presst man die gebrochenen Teile für mehrere Stunden bei Zimmertemperatur zusammen, verbinden sich die Bruchstellen wieder vollständig miteinander. Bislang benötigt man für Reparaturen hohe Temperaturen von 120 Grad Celsius und mehr.

+++ Lesen Sie hier: Warum das Smartphone Ihnen den Schlaf raubt - und was Sie dagegen tun können +++

Die Eigenschaft wurde aus Zufall von Universitätsstudent Yu Yanagisawa entdeckt. Er wollte das Polymer-Glas eigentlich als Klebstoff nutzen, schreibt der britische "Guardian". Dabei fand er heraus, dass die Kanten des Polymers nach einem Schnitt mit etwas Druck aneinander haften. Schon nach 30 Sekunden bei 21 Grad Raumtemperatur entstand eine stabile Verbindung. Das Material soll nach einigen Stunden so stabil und fest wie vorher sein, schreiben die Forscher.

Die Forschung befindet sich noch in einer frühen Phase. In Zukunft könnte das selbstheilende Glas aber für Smartphones und andere fragile Geräte verwendet werden.

Forscher suchen nach Wunder-Materialien

Es ist nicht die einzige Forschung dieser Art. Wissenschaftler der University of California entdeckten Anfang des Jahres ein Polymer, dass bis zur 50-fachen Originalgröße gestretcht werden und kleinere Schäden ebenfalls innerhalb von 24 Stunden selbst reparieren kann. Einige Smartphone-Hersteller (etwa LG) nutzten ähnliche Techniken bereits, bislang waren die Ergebnisse aber vor allem bei größeren Schäden nicht überzeugend. 

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cf
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