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Smartphones: Kaspersky warnt vor wachsender Viren-Gefahr

Die wachsende Verbreitung von leistungsfähigen Smartphones macht Handys interessant für die Programmierer von Viren. Allein der Virenschutz-Hersteller Kaspersky Labs fange nach eigenen Angaben pro Tag rund 1000 schadhafte MMS-Nachrichten ab.

Moderne Mobiltelefone werden mit zunehmender Verbreitung nach Einschätzung des Antiviren-Spezialisten Kaspersky Labs ein immer attraktiveres Ziel für Virenattacken und Datendiebstahl. Noch sei keine Epidemie wie einst beim Personal Computer absehbar, sagte Kaspersky-Manager Sergej Newstrujew auf der Mobile World Congress in Barcelona. Doch rechne er mit einem starken Zuwachs der Gefahren. Bereits heute fange Kaspersky im Schnitt täglich rund 1000 über einen einzigen Provider gesendete Multimedia-Nachrichten (MMS) ab, die sich als schadhaft erweisen.

Auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress präsentiert das Unternehmen die neueste Version seiner Antiviren-Software für Smartphones, die das Unternehmen seit einem Jahr auf dem Markt hat. Neben einem Schutz gegen Spam und anderem Schadcode ermöglicht es die Software auch, den Zugriff auf ein Handy zu sperren, falls das Gerät gestohlen oder verloren wurde. Über das Verschicken einer SMS an die eigene Telefonnummer lässt sich der Zugriff auf das Handy verhindern oder alternativ alle Daten darauf löschen und damit vor Missbrauch schützen. "Kaspersky Mobile Security" ist eine der ersten Lösungen für Smartphones auf dem Markt. Noch hat die Mobilsoftware allerdings am Gesamtumsatz des Unternehmens einen Anteil von weniger als zwei Prozent.

Gefährlich: Bluetooth und MMS

Bislang in Umlauf gebrachter Schadcode gelange häufig über den Funkstandard Bluetooth oder als normale Multimedia-Nachricht auf die Handys, sagte Newstrujew. Noch habe es sich dabei stets um Versuche gehandelt (Proof of concept), bei denen die technischen Möglichkeiten etwa von Datendiebstahl in großem Stil erst einmal ausgetestet werden sollen. Inzwischen seien die Angreifer, die solchen Schadcode verbreiten, jedoch ausschließlich auf finanzielle Bereicherung aus. Die Gefahr werde mit der wachsenden Verbreitung der Mobilplattformen weiter wachsen. Bislang stünden vor allem Microsofts Windows Mobile sowie das von Nokia mitentwickelte Betriebssystem Symbian im Fokus.

Für Apples Mobil-Betriebssystem Safari seien noch keine Infektionen nachgewiesen worden. "Safari bietet technisch aber eine Angriffsfläche", sagte Newstrujew. Es sei nur eine Frage der Zeit, wie schnell die iPhones Verbreitung finden. Für Ende des Jahres erwarten die Marktforscher von Gartner, dass es sich bei jedem fünften Handy um ein Smartphone handeln wird. Innerhalb nur eines halben Jahres hat sich Außenseiter Apple unter den Anbietern auf den dritten Platz katapultiert und dort Motorola verdrängt.

DPA / DPA