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"Chip"-Netztest: Die Netze von Vodafone, Telekom und O2 im Test - und es gibt eine große Überraschung

Welcher der drei großen Provider hat das beste Netz? Diese Frage stellt die Fachzeitschrift "Chip" Jahr für Jahr. In einem ausführlichen Test prüft sie die Qualität der Netze. Dieses Jahr gibt es eine echte Überraschung.

Vor allem in den städtischen Hotspots hat O2 zugelegt

Vor allem in den städtischen Hotspots hat O2 zugelegt

Getty Images

Gute Verbindung, schnelles Internet und natürlich der Preis: Bei der Entscheidung für einen Handy-Provider gibt es viel zu beachten. Am Ende dürfte aber die Qualität des Netzes für viele mit das größte Gewicht haben. Schließlich nutzt auch die höchste theoretische Surf-Geschwindigkeit und der günstigste Tarif wenig, wenn kein Empfang da ist. Welcher Anbieter das beste Netz hat, hat die Zeitschrift "Chip" nun in ihrem jährlichen Netztest geprüft. Die größte Überraschung: Sorgenkind O2 konnte sich mächtig mausern - und robbt sich in den Städten fast auf das Niveau der Konkurrenten.

Zum ersten Mal seit dem Zusammenschluss von O2 und E-Plus 2013 schafft die Telefónica so, ein "gutes" Ergebnis zu erreichen. Mit der Schulnote 2,22 reicht es zwar weiter nur für den dritten Platz, das Ergebnis ist aber deutlich besser als in den Vorjahren. Hier finden Sie den Test vom letzten Jahr. Der Abstand im Gesamtergebnis bleibt trotz des Erfolges groß. Vodafone erreicht ein Ergebnis von 1,46, die Telekom gewinnt mit der Gesamtnote 1,36, beides "sehr gute" Wertungen. Den Testsieg verdankt Team Magenta dem mobilen Internet: Während Vodafone bei der Telefonie knapp vorne liegt, ist die Telekom in diesem Bereich weiter unerreicht. Sie bietet die mit Abstand schnellsten Verbindungen, hat zudem die beste LTE-Abdeckung.

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Stadt-Land-Gefälle

Die Unterschiede sind vor allem außerhalb der Städte bemerkbar. Geht es nämlich um Metropolen, geben sich die Anbieter mittlerweile erstaunlich wenig. Hier ist fast immer LTE verfügbar, die Geschwindigkeit ist in der Regel sehr hoch. Nur bei viel besuchten Hotspots hat Vodafone minimale Probleme, hier kann sogar O2 vorbeiziehen. Nach Ansicht der Tester hat die Telefónica sich in diesem Bereich nach den schlechten Ergebnissen der letzten Jahre besonders Mühe gegeben.

Auf dem Land sehen die Messungen aber sehr schnell anders aus. Vor allem auf Verbindungsstraßen und in Zügen ist die Verbindung nach wie vor störungsanfällig. O2 kommt auf Verbindungsstraßen nur auf eine LTE-Abdeckung von knapp 75 Prozent, bei Vodafone und Telekom ist die Abdeckung fast so gut wie in der Stadt. Telefongespräche können aber bei allen Anbietern Probleme machen: Nur 77 Prozent der zweiminütigen Testgespräche in Fernzügen kamen bei O2 ohne Störung aus. Telekom (85 Prozent) und Vodafone (87 Prozent) haben höhere Erfolgsquoten, an ihre nahezu perfekte Quote von 99 Prozent in den Städten kommen aber auch sie nicht heran.

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LTE hat noch Potenzial

Der Hoffnungsschimmer heißt weiterhin LTE. Bei allen Anbietern sorgte das moderne Netz in diesem Jahr für bessere Sprachqualität und schnelle Übertragungsraten.Selbst O2 erreicht im LTE-Netz eine Teilnote von 1,70 und liegt in diesem Teilbereich damit deutlich näher an den Konkurrenten, die sich um 1,3 bewegen. Bei der Abdeckung hinkt O2 aber weiter mächtig hinterher: Nur in 84,56 Prozent der Messungen waren die Tester per LTE verbunden. Bei Vodafone waren es 97,63 Prozent, bei der Telekom gar 98,2 Prozent. Hier hat die Telefónica den meisten Handlungsbedarf. Und das größte Potenzial: Sollte es gelingen, eine ähnlich hohe Abdeckung zu erreichen, könnten die deutlich niedrigeren Preise im O2-Netz die Konkurrenten gehörig unter Druck setzen. In den Städten ist O2 laut des Testergebnisses schon heute eine echte Alternative.

Für den Test legte "Chip" gemeinsam mit dem Unternehmen Net Check mehr als 13.000 Kilometer durch ganz Deutschland zurück, davon 10.540 mit dem Auto, 3110 mit der Bahn. Hinzu kamen 113 Stunden Fußweg durch deutsche Innenstädte. Dabei wurden mit speziell präparierten Smartphones mehr als 390.000 Messungen durchgeführt.

Den vollständigen Test finden Sie unter chip.de/netztest sowie in "Chip" Ausgabe 1/2019, ab dem 30. November im Handel.

Themen in diesem Artikel
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.