HOME

Teurer, aber nicht schneller: Die LTE-Lüge: Wie die Provider uns Schnecken-Tempo zum Aufpreis verkaufen

"Mit Highspeed durchs Internet" - so oder ähnlich werben die Mobilfunkanbieter für den Netz-Standard LTE. Die Kunden sollten sich die Verträge allerdings genau ansehen. Der vermeintliche Daten-Turbo erweist sich oft als Mogelpackung.

LTE Lüge Langsam Problem Ärger Telekom Vodafone O2

LTE bedeutet leider nicht immer auch eine schnelle Verbindung auf dem Smartphone

Getty Images

Es wurde als die Revolution des Internets verkauft: Mit LTE sollten endlich alle überall und mit Hochgeschwindigkeit im Internet surfen, so versprachen es die Provider. Dafür verlangten sie am Anfang auch noch kräftigen Aufpreis. Mittlerweile sind die Preise gepurzelt, den schnellen Datenstandard gibt es selbst beim Discounter. Doch LTE ist nicht gleich LTE: Billig- hat oft einen gewaltigen Haken - und ist teilweise sogar langsamer als ältere Techniken.

Was den meisten Kunden nicht bewusst ist: Hinter LTE verbirgt sich kein einheitliches Geschwindigkeits-Versprechen. Auch, wenn die Broschüren der Provider uns das gerne weismachen wollen. Mit dem Kürzel, das eigentlich schlicht für "Long Term " (Langfristige Entwicklung) steht, verkaufen die Provider eigentlich nur den Zugang zum gleichnamigen Mobilfunk-Standard - unabhängig davon, wie schnell der am Ende ist.

+++ Schlusslicht in Europa: So werden die Deutschen beim Datenvolumen abgezockt +++

Zwischen rasen und schleichen

Und die Unterschiede fallen gigantisch aus. Während in der Spitze Geschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit die Sekunde winken, bremsen andere Tarife die Kunden kräftig aus. In Extremfällen werden dem Kunden LTE-Tarife mit 14,4 Mbit/s verkauft - als Maximalgeschwindigkeit. Selbst der zehn Jahre alte Standard HSPA+ bietet bis zu 42,2 Mbit/s. 

Die Drosselung findet sich bei fast allen Providern. Das zeigen die Angaben zur maximalen Surfgeschwindigkeit der jeweiligen Tarife auf den Webseiten der Provider. Nur Vodafone scheint in sämtlichen Tarifen die maximale Geschwindigkeit ohne künstliche Bremse zu bieten, inklusive der Prepaid-Tochter CallYa. Bei vielen kommt es schlicht auf den gewählten Tarif an. Die Telekom liefert etwa in den Smartphone- und den Daten-Tarifen die volle Geschwindigkeit, die Prepaid-Tarife der Tochter Congstar bieten aber kein LTE. Bei O2 wiederum surft man bei Smartphone- und Prepaid-Tarifen ohne Einschränkung, dafür wird bei den reinen Datentarifen gedrosselt - im billigsten Tarif auf den mit 14,4 Mbit/s schlechtesten Wert unserer Recherche.

 

Langsames Billig-LTE

Bei den günstigen Resellern scheint man nur in Ausnahmefällen Spitzengeschwindigkeiten erwarten zu dürfen. LTE gibt es ohnehin nur bei Tarifen, die auf das -Netz zugreifen. Doch selbst hier wird meist gedrosselt. Ob Tchibo, Aldi oder Discotel: Die meisten Spar-Provider bieten zwischen 20 und 50 Mbit die Sekunde. Bei anderen wie 1&1, WinSIM oder DeutschlandSIM haben nur die teureren LTE-Tarife keine Beschränkung, bei den günstigen kommen aber höchstens 50 Mbit/s an. 

Schlicht absurd ist das Angebot bei Klarmobil: Wer LTE will, zahlt dort drauf, bei schlechterer Leistung. 9,99 Euro kosten dort 1 GB Daten, trotz LTE-Netz kommen beim Kunde höchstens lahme 21,6 Mbit/s an. Alternativ kann man aber auch auf LTE verzichten - und erhält für 8,99 Euro ganze 2 GB Daten mit einer Geschwindigkeit von 42,2 Mbits/s. Wer sich LTE spart, bekommt also doppelt so viele Daten bei doppelter Geschwindigkeit. Und das bei einem Euro Ersparnis. Da ist die geringere Anzahl an Freiminuten gut zu verkraften.

Die beiden Tarife von Klarmobil im Vergleich: Links mit LTE, rechts ohne (Quelle)

Die beiden Tarife von Klarmobil im Vergleich: Links mit LTE, rechts ohne (Quelle)

Vorteil auch ohne Highspeed

Reine Geldverschwendung ist LTE aber auch bei gedrosselter Geschwindigkeit nicht. Die Netzbetreiber stellen sich immer mehr auf den neuen Standard ein. Neue Sendemasten setzen auf LTE, alte werden zum Teil abgeschaltet. Mit LTE hat man also häufig einen besseren Empfang - solange es am eigenen Standort verfügbar ist. Die Situation dürfte sich in den nächsten Jahren zu Gunsten des neueren Standards weiter verschärfen.

Wer unbedingt die schnellste Verbindung will, sollte auf den Zusatz "LTE Max" achten, der sich bei immer mehr Providern durchsetzt. Er bedeutet schlicht, dass die maximal mögliche LTE-Übertragungsrate bis zum Kunden durchgereicht wird. Welche Geschwindigkeit konkret erreicht wird, hängt dann vom Standort und dem Netzbetreiber ab. Bei Vodafone liegt der Spitzenwert wie oben beschrieben bei 500 Mbit/s, im Telekom-Netz darf man aktuell höchstens 300 Mbit/s erwarten, O2 liefert bis zu 225 Mbit/s aus. Diese Werte stellen aber ohnehin nur die theoretisch mögliche Leistung eines Funkmastes dar. Mit jedem zusätzlichen Nutzer desselben Mastes geht der Wert nach unten. Welche Geschwindigkeiten die Netzbetreiber in einem aktuellen Test tatsächlich erreichten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.