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Messenger: Kampf gegen Falschinformationen: So schränkt Whatsapp wegen Corona seine Nutzer ein

Über das Coronavirus sind jede Menge Falschinformationen im Umlauf. Eine beliebte Verbreitungsmethode ist Whatsapp. Nun hat die Facebook-Tochter reagiert: Sie schränkt die Verbreitung von Nachrichten nun noch weiter ein, als es ohnehin schon der Fall war.

Lieblings-Nachrichten wiederfinden  Schwelgt man in Erinnerungen, will man sich manchmal auch noch die passenden Chat-Nachrichten oder versendeten Bilder ansehen. Bei Whatsapp kann man sie deswegen als Favoriten speichern. Dazu hält man einfach eine Nachricht oder ein Bild mit dem Finger gedrückt, bis sich das Kontext-Menü öffnet. Dann tippt man auf den Stern, um die Nachricht zu speichern. Alle markierten Nachrichten findet man in den Whatsapp-Einstellungen unter "Mit Stern markiert".

Die Weiterleitungsfunktion wird wegen der Corona-Falschinformationen nun weiter eingeschränkt

Es sei weniger gefährlich als die Grippe, soll sich mit Honig bekämpfen lassen oder stamme aus dem Labor in den USA, China oder anderer Staaten: Über das Coronavirus sind jede Menge Falschinformationen im Umlauf. Viele von ihnen verbreiten sich über soziale Medien oder Messenger wie ein Lauffeuer. Whatsapp zieht deshalb nun die Reißleine - und macht es Kettenbriefen schwerer als ohnehin schon.

Ab heute lassen sich Nachrichten nur noch an eine einzigen Chat gleichzeitig weiterleiten, das kündigte Whatsapp heute in seinem Blog an. Man wolle so verhindern, dass Nachrichten viral gehen "von denen sich Benutzer überwältigt fühlen und die zur Verbreitung von Fehlinformationen beitragen können", erklärt der Post. Die Weiterleitungen an sich will man aber nicht verbieten. "Wir wissen, dass viele Benutzer hilfreiche Informationen, lustige Videos, Memes und auch Nachdenkliches weiterleiten." Auch Wertschätzungsbekundungen für die Mitarbeiter des Gesundheitswesen schätze man. 

Whatsapps Kampf gegen Kettenbriefe

Deshalb kann man eine Nachricht weiterhin verbreiten - nur eben langsamer: Die Maßnahme beschränkt nur die Anzahl der gleichzeitigen Weiterleitungen. Sie nacheinander mit mehreren Chatpartnern zu teilen, ist weiterhin möglich. Selbst das Posten in großen Gruppenchats ist weiter möglich. Das Ziel sei vor allem, das Momentum von Viralnachrichten auszubremsen. "Unserer Meinung nach ist es wichtig, die Ausbreitung solcher Nachrichten zu verlangsamen, damit WhatsApp weiterhin ein Ort für persönliche Gespräche bleibt."

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Die Maßnahme ist eine Weiterführung der ersten Beschränkung, die Whatsapp im letzten Jahr eingeführt hatte. Kettenbriefe hatte sich zu diesem Zeitpunkt zu einem zunehmenden Problem entwickelt, sie wurden für Betrugsmaschen oder Mobbing genutzt, in Indien soll es auf Basis von per Whatsapp verbreiteten Massennachrichten sogar zu Lynch-Aktionen gekommen sein. Im Januar 2019 senkte der Messenger daher drastisch die Zahl maximaler Chats, an die eine Nachricht weitergeleitet werden konnten: Statt 256 Chats waren es nur noch fünf. Die Maßnahme war ein voller Erfolg: Laut Whatsapp hat sie die globalen Weiterleitungen um 25 Prozent gesenkt.
Quelle: Whatsapp Blog